Medienschau

"Die Verpollerung der Stadt"

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Offene Städte trotz Terror? Warum scheitern Prominente als Künstler? Wofür dankt Spaniens Premier Sánchez einer jungen Künstlerin aus Gaza? Das ist unsere Medienschau am Dienstag

Architektur

In der "FAZ" fragt Niklas Maak nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD, wie sich Städte besser schützen lassen, ohne ihre Offenheit zu verlieren. Er argumentiert, die zunehmende Zahl von Pollern und Betonbarrieren sei zwar notwendig, bedeute aber auch einen "ersten sichtbaren Sieg der Terroristen im Stadtbild". Als Gegenmodell verweist Maak auf das Bloomberg-Hauptquartier in London, wo die Künstlerin Cristina Iglesias mit der Brunneninstallation "Forgotten Streams" einen wirksamen Schutz gegen Fahrzeuganschläge geschaffen habe, der zugleich den öffentlichen Raum aufwerte. Das Kunstwerk sei "Schutz und Brunnen zugleich" und lasse den Ort "idyllischer wirken". Maak plädiert dafür, Sicherheit und Stadtgestaltung zusammenzudenken, statt Metropolen in "eine Aneinanderreihung von Sicherheitstrakten" zu verwandeln.

Kunstszene

In "It’s Nice That" untersucht Gary Grimes die wiederkehrenden Versuche von Stars wie Adrien Brody, Ed Sheeran oder Jack White, sich als bildende Künstler zu etablieren – und warum sie dabei häufig auf Ablehnung stoßen. Grimes schreibt, der Kunstbetrieb sei zwar selbst "von Prominenten besessen", akzeptiere aber meist nur jene Berühmtheiten, die aus dem eigenen System hervorgegangen seien. Zugleich warnt er davor, die Werke von Prominenten allein wegen ihrer Herkunft abzuwerten: "Könnte die Antwort nicht schlicht sein, dass die Arbeiten dieser Stars einfach besser sind?" Erfolgreich seien vor allem jene, die ihre Kunst ernst nähmen und handwerkliche Hingabe zeigten. Grimes sieht die Grenzen zwischen Kunstwelt und Celebrity-Kultur ohnehin als durchlässig: Beide lebten zunehmend von Aufmerksamkeit und öffentlicher Inszenierung.

Museen

Wie der "Telegraph" berichtet, haben irische Ermittler einen mutmaßlichen Bombenanschlag auf Nordirland vereitelt. Ein 44-jähriger Mitarbeiter des Collins Barracks National Museum of Ireland wurde angeklagt, nachdem die Polizei in seinem Auto einen einsatzbereiten Sprengsatz mit Zeitzünder, Detonator und mutmaßlichem Semtex gefunden habe. Die Garda gehe davon aus, dass die Bombe für einen Anschlag in Nordirland bestimmt gewesen sei. Eine mitangeklagte Jurastudentin, die das Fahrzeug gefahren haben soll, habe laut ihrer Verteidigung nichts vom Inhalt der Tasche gewusst und sei "manipuliert" worden. Der Fall unterstreiche nach Einschätzung der Behörden die anhaltende Bedrohung durch kleine dissident-republikanische Gruppen.

Das besondere Kunstwerk

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez dankt einer jungen Künstlerin aus Gaza für ein Wandgemälde, das ihn zeigt und die Freundschaft zwischen Spanien und Palästina würdigt: "Wir hören euch, wir sehen euch, wir lieben euch, und wir haben euch nicht vergessen", sagt der Politiker in einem Instagram-Video: