Medienschau

"Habe nur positive Resonanz zum Volksbad bekommen"

artikelbild_monopol-medienschau

Volksbühnen-Chef Lilienthal schaut zufrieden auf das Volksbad, Kehinde Wiley möchte sein Gemälde aus der Botschaft von Trump zurückkaufen, und MoMA-Chefkuratorin Ann Temkin tritt zurück: Das ist unsere Medienschau am Dienstag

Debatte

Volksbühne-Intendant Matthias Lilienthal hat trotz aller Debatten und Kostensteigerungen ein positives Fazit zum Volksbad gezogen. "Ich habe nur positive Resonanz gekriegt", sagte Lilienthal dem RBB-Inforadio. Das temporäre Freibad habe die Leute in der Stadt gefreut und den Blick auf das Theater "total verändert". Das Theater habe damit versucht, auf die "elementaren Bedürfnisse" der Berliner und Berlinerinnen einzugehen. Das Volksbad mit 25 Metern Länge wurde Anfang August eröffnet, heute ist der letzte öffentliche Badetag in dem Pool. Aufbau und Betrieb kosteten das Theater laut RBB mehr als 400.000 Euro - ursprünglich veranschlagt waren 300.000 Euro. Der Eintritt für Badegäste war frei, kostenlose Tickets konnten vorab gebucht werden. In den nächsten Tagen wird das Bad abgebaut. Mitte August geriet das Volksbad wegen einer geplanten Veranstaltung für Menschen der schwarzen Community in den Fokus. Nach teils rassistischen Diskussionen und Drohungen sagte das Theater die geplante Veranstaltung des Vereins Each One Teach One" (EOTO) ab. "Diese Geschichte mit EOTO war totaler Scheiß, ich verstehe es bis zum heutigen Tag nicht", sagte Lilienthal dem RBB. Jedes Berliner Schwimmbad werde tageweise für verschiedene Veranstaltungen gesperrt. Der Shitstorm habe die Mitarbeiter der Volksbühne und ihn zu Freiwild auf der Straße gemacht, "so dass ich mich nicht mehr vors Haus getraut habe". Die Debatte habe ihm gezeigt, welche politische Macht "rechte Streamer" in Berlin hätten. "Dafür schäme ich mich", sagte Lilienthal.

Die "New York Times" berichtet, dass der Künstler Kehinde Wiley in einem Brief an Präsident Trump anbietet, sein aus der US-Botschaft in der Dominikanischen Republik entferntes Gemälde zurückzukaufen. Botschafterin Leah Campos hatte das Werk "Young Artists After Siamesas 1960" in einem dominikanischen Radiointerview fälschlich als lesbisches Picknick beschrieben; Erin Scavino vom State-Department-Programm Art in Embassies bezeichnete es als "ästhetisch erschreckend". Wiley zeigt sich gegenüber Autor Zachary Small ratlos: "Ich war mir nicht ganz sicher, wie sie darauf gekommen sind. Was ich in dem Gemälde darstelle, sind vier junge Menschen, die in einem Blumenfeld zusammenkommen." Zur möglichen Homophobie der Aussage sagt er: "War das homophob? Möglich. Das sagt viel über Panik und Angst aus." In seinem Brief bittet Wiley: "Sollte Ihre Regierung entschieden haben, das Werk nicht mehr zeigen zu wollen, möchte ich um die Möglichkeit bitten, es zurückzukaufen."

Museen

US-Medien wie "Artnet News" berichten, dass Ann Temkin im Januar nach fast 20 Jahren als Chefkuratorin für Malerei und Skulptur am Museum of Modern Art (MoMA) zurücktritt. Sie gehe jedoch nicht in den Ruhestand, sondern übernimmt eine beratende Funktion und wird die Planung der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Museums 2029 leiten. Temkin war die erste Frau an der Spitze der größten MoMA-Abteilung und prägte das Haus durch die Auflösung von Grenzen zwischen Medien sowie eine stärkere Einbeziehung von Künstlerinnen und BIPOC-Künstlern. In ihrer Amtszeit verantwortete sie unter anderem Ausstellungen zu Picasso, Matisse, Marcel Duchamp und Robert Gober.

Englands 15 staatliche Nationalmuseen bleiben auch künftig für alle Besucher kostenlos. Kulturministerin Lisa Nandy habe damit Spekulationen über Eintrittsgebühren für ausländische Touristen beendet, meldet "The Art Newspaper". Die Regelung gilt seit 2001 und feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Nandy sagte, Museen seien Orte, die "die Welt erhellen", und müssten deshalb „"ür immer und für alle“ kostenlos zugänglich sein. Auch Museumsdirektoren unterstützten die Entscheidung. Zugleich bleibe die Finanzierung der Häuser offen. Der frühere Interimsdirektor des British Museum, Mark Jones, hatte 2024 einen Eintritt von 20 Pfund für ausländische Besucher vorgeschlagen.

Design

Die "Los Angeles Times" wirft einen Blick auf Ed Ruschas Plakat für Alejandro G. Iñárritus neuen Film "Digger" mit Tom Cruise. Das Werk wurde am Sonntag im Los Angeles County Museum of Art (Lacma) vorgestellt. Ruscha habe den Film etwa sechs Monate zuvor gesehen und sei sofort von ihm begeistert gewesen: "Der Film hat mich umgehauen. Und nicht nur das, er hat mir die Haare in der Mitte gescheitelt." Er habe in dem Film ein Kaleidoskop gesehen, voller Ideen, Humor und Botschaften. Iñárritu wiederum lobte Ruschas Fähigkeit, mit wenigen Worten viel auszudrücken. Das Plakat stellt einen schwimmenden Eisschelf ins Zentrum und greift damit das Thema des Films auf: den Konflikt zwischen Mensch und Natur und die Folgen des Klimawandels.