Provenienzforschung

Mehr Transparenz bei der Suche nach NS-Raubkunst

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Deutschland will die Suche nach NS-Raubkunst für die Erben von Holocaust-Opfern erleichtern. Am Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg soll ein "Help Desk" eingerichtet werden, an den sich Nachfahren auf der Suche nach Beratung direkt wenden können

Eine solche Anlaufstelle gehe auf eine Anregung des Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, zurück, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag in Berlin. Außerdem soll die "Lost Art"-Datenbank, in der in der NS-Zeit geraubte Kulturgüter verzeichnet sind, für Forschungszwecke erweitert werden. Ende November wollen in Berlin Fachleute aus aller Welt über die Folgen des "Washingtoner Abkommens" beraten, das seit zwanzig Jahren den Umgang mit NS-Raubkunst regelt. 

In der Bundesrepublik habe es seitdem große Fortschritte gegeben, sagte Grütters. Der Fall um die Sammlung des Münchner Kunsthändler-Sohnes Cornelius Gurlitt habe das öffentliche Bewusstsein für das Thema weiter geschärft. Sie wünsche sich aber eine noch aktivere Rolle der Museen bei der Provenienzforschung. Die Häuser würden nicht nur an ihrer Ausstellungspolitik, sondern vor allem an ihrem Umgang mit Raubkunst gemessen. 

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sprach sich für mehr Transparenz bei der Suche nach NS-Raubkunst in den Museumsbeständen aus. Es reiche nicht mehr, erst die Ergebnisse der Provenienzforschung einzelner Werke ins Netz zu stellen. Forscher müssten über ihre Arbeit auch dann informieren, wenn sie dazu noch keine abschließenden Erkenntnisse hätten.

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