Insta-Q&A: Kenny Schachter

"Mein Instagram-Kanal ist mehr ich selbst als ich selbst"

In unserem Instagram-Fragebogen stellen wir Kreative mit ambitionierten Accounts vor. Diesmal: Kurator, Sammler, Autor Kenny Schachter

Herr Schachter, wieso sind Sie auf Instagram?
Meine Kinder meinten, es sei etwas für mich, nachdem sie mich bereits 2008 bei Facebook angemeldet hatten.

Was posten Sie auf Ihrem Account @kennyschachter?
Hauptsächlich Kunst – meine eigene und die anderer Leute. Gelegentlich auch Hundefotos und die obligatorischen Bilder von mir selbst – “Ah die Eitelkeit, leider ist es alles Eitelkeit!” (Das ist ein Zitat aus dem Rembrandtfilm von 1936)

Erzählen Sie uns, wie viel Zeit Sie täglich auf Instagram verbringen?
Viel zu viel! Ich habe eine künstlerische Arbeit gemacht, die aus einem Fotoprint meiner Instagramnutzung besteht, als ich an meinem persönlichen Tiefpunkt war: 3 Stunden und 45 Minuten an einem Tag!

Wie viel der Person Kenny Schachter steckt in Ihrem Instagram-Account?
Er ist mehr ich selbst als ich selbst.

Sehen Sie Instagram als ein Werkzeug für Ihre Arbeit?
Ich mache keinen Unterschied zwischen meinem Leben und meiner Kunst, beziehungsweise meiner Arbeit. Ich benutze Instagram, um mein Schreiben, meine visuellen Arbeiten, (Lehr-)Vorträge und Obsessionen in die Welt zu bringen.


Haben Sie je einen Post bereut?
Ich bereue jeden Tag mehrere Posts, dann klicke ich einfach auf “Löschen”. Die wichtigere Frage ist jedoch: Bereuen andere Menschen, was ich poste? Ausgehend von der Häufigkeit, mit der meine Bilder gelöscht werden, weil sie die “Community Standards” verletzen, würde ich sagen: Ja!

Wann sind Sie dem Netzwerk beigetreten und was war das erste Bild, das Sie hochgeladen haben?
Ich war ein Spätzünder, da ich eine ungesunde und eher abnormale Beziehung zu meinem Blackberry hatte. Ich habe sogar Kunst darüber gemacht. Ich habe alle meine Artikel auf dem Blackberry geschrieben und konnte 300 Wörter in der Minute tippen, im Dunkeln — das war, bevor Laptopkeyboards beleuchtet waren. Ich habe erst spät angefangen, Instagram und ein iPhone zu verwenden. Ich wollte mich Apples Hegemonie nicht beugen und war genervt von Menschen, die ihre Finger auf dem Bildschirm auseinanderziehen, um ein Bild zu vergrößern. 2014 kapitulierte ich, als mir ein Freund ein iPhone kaufte, weil er genervt war, dass ich keines hatte, und dann begann traurigerweise die Besessenheit. Das erste Bild, das ich hochlud, war der Text “Coming Soon!” Ich musste mich erst an die Ästhetik und an die Art der Nutzung bei Instagram gewöhnen, die so anders ist als bei Facebook. Ich mochte an Facebook, dass man in ewige Diskussionen mit Menschen gezogen wurde, wohingegen Instagram einen nicht zu langen Interaktionen ermutigt. Außerdem kann man so furchtbar und prätentiös sein, wie man will, solange es gut aussieht. Die Leute sind viel weniger voreingenommen auf Instagram, haben aber trotzdem zu allem eine Meinung. Das paradigmatische Schisma ist, dass man über Direktnachrichten die Welt erreichen kann – sie öffnen einem alle Türen und so sollte es sein. Niemand sollte sich je über die fehlende Privatsphäre im Internet beschweren, wenn wir uns doch alle kollektiv mit heruntergelassener Hose präsentieren und eigenständig viel zu viel mit der Welt teilen!

Was stört Sie an den sozialen Medien?
Nichts, außer die Menschen, die sie nicht benutzen oder ihr Profil auf "Privat" gestellt haben. Die Schönheit liegt in der demokratisierenden, nicht-hierarchischen Natur der Plattform, die so revolutionär ist.

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#zaha #rovecars

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