Ausstellung in Bildern

Die eigensinnigen Welten der Mire Lee

In der Wiener Secession verwandelt Mire Lee einen Zementmischer und rostrote Flüssigkeit in einen ebenso verstörenden wie faszinierenden Kreislauf. Ein Rundgang in Bildern

Die Luft ist feucht und stickig, die ansonsten lichte Wiener Secession ist mit schrägen Wänden verbaut. Hinter ihnen  erklingt ein dumpfes ungleichmäßiges Rumpeln. Es kommt aus einem riesigen Zementmischer, der in der Halle der Secession liegt, seine Verkleidung ist geöffnet wie ein bei einer Operation am offenen Herzen. Eine zähflüssige rostrote Substanz tritt heraus, wird von Schläuchen angesaugt und auf die Vorderseite der schrägen Wände geleitet. Sie breitet sich aus, auch auf dem ansonsten glattpolierten Terrazzoboden, es bilden sich Schrunden und Krusten, Verhärtungen und Häute.

Die koreanische Künstlerin Mire Lee versteht es meisterlich, Dysfunktionalität in einen eigensinnigen Zustand organischer und nichtorganischer Materialien zu verwandeln. Ihre monoton vor sich hin prozessierenden Geräte führen ein unkontrollierbares Eigenleben, es sind erratische Maschinenwelten, aber auch immer Innenwelten. Ihre Räume zu betreten ist eine faszinierende Zumutung, man wird Zeuge eines Prozesses mit offenem Ausgang.