Miriam Cahn in Karlsruhe

Menschsein

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In der Galerie Meyer Riegger in Karlsruhe wird Miriam Cahn explizit und provokant

"Es geil finden und gleichzeitig ablehnen", das wünscht sich Miriam Cahn als Reaktion auf ihre neuesten Arbeiten. Nie hat die Schweizerin expliziter, pornografischer und provokanter gemalt: Eine Frau schlägt einen Mann mit erigiertem Glied (beide nackt), unter der Burka einer anderen Frau quellen Geschlechtsteile und Blut hervor, Paare haben Sex, fallen übereinander her, schlagen sich.

Dabei geht es Cahn nicht etwa um bloße Provokation, sondern, aus ihrem Mund klingt es wenig pathetisch: um das Menschsein an sich. Kaputte Familienkonstrukte, Gewalt, Flucht, Unterdrückung, aber auch Sex, Zuneigung, Liebe. Ihr großes Thema, die Stellung der Frau, ist relevanter denn je, und so ist es auch Miriam Cahn.

Kreidezeichnungen aus den 80ern zeigen: Schon damals kämpfte die heute 68-Jährige für Gleichstellung. 2019 würdigen drei Einzelausstellungen in großen Museen in Bern, Madrid und Warschau die beeindruckende Energie einer der bedeutendsten Künstlerinnen unserer Zeit.

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