Ende der 1970er-Jahre fotografiert Graciela Iturbide eine Frau in der Sonora-Wüste. Sie ist mit dem Volk der Seri unterwegs, lebt bereits seit Wochen mit der Gemeinschaft, als auf dem Weg zu einer Höhle mit indigener Malerei die Aufnahme entsteht. Die Frau trägt traditionelle Kleidung, bewegt sich über einen schmalen Bergpfad, der Wind greift in ihr Haar. In der Hand hält sie einen Kassettenrekorder. Iturbide nennt das Bild "Mujer ángel".
Solche Verschiebungen prägen das Werk der mexikanischen Fotografin. Iturbide verbindet dokumentarische Arbeit mit Momenten, in denen sich das Gesehene ins Offene bewegt. Die Retrospektive "Eyes to Fly With" bei C/O Berlin gibt einen Überblick über mehr als fünf Jahrzehnte. Iturbide, 1942 in Mexiko-Stadt geboren, begann ihre fotografische Arbeit Ende der 1960er-Jahre und arbeitete zunächst als Assistentin von Manuel Álvarez Bravo. Ihre Serien entstehen oft über lange Zeiträume hinweg und in engem Austausch mit den Menschen, die sie porträtiert.
Inhaltlich kreisen ihre Arbeiten um kulturelle Praktiken und soziale Strukturen in Mexiko. Sie fotografierte unter anderem das Leben der Seri in der Wüste im Nordwesten des Landes sowie eine zapotekische Gemeinschaft in Oaxaca, in der Frauen zentrale wirtschaftliche und soziale Rollen einnehmen. Bilder wie "Nuestra Señora de las Iguanas", das eine Marktfrau mit Leguanen auf dem Kopf zeigt, verweisen auf das Nebeneinander von indigenen Traditionen und katholischen Einflüssen. Auch Themen wie Tod, Ritual und Vergänglichkeit ziehen sich durch das Werk – etwa in Aufnahmen von rituellen Schlachtungen, in Porträts von Subkulturen oder in Serien, die persönliche Gegenstände aus dem Umfeld von Frida Kahlo zeigen.
Für die Ausstellung "Graciela Iturbide: Eyes to Fly With" bei C/O Berlin verlost Monopol 5 × 2 Eintrittskarten. Für die Teilnahme schicken Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff "Iturbide" bis Donnerstag, 7. Mai, 14 Uhr, sowie Ihrem Vor- und Nachnamen an info@monopol-magazin.de. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden benachrichtigt, die Tickets werden an der Kasse hinterlegt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.