Berlins Regierender Bürgermeister

Müller findet Ablösung von Chris Dercon richtig

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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller findet die Ablösung von Chris Dercon als Intendant der Volksbühne bedauerlich, aber auch nachvollziehbar

Das machte er am Freitag bei einem Termin im Rathaus deutlich. "Ich will an dieser Stelle sagen, dass ich das bedauere und dass es mir leidtut", so Müller. Dercon sei ein "toller Mann mit großer internationaler Erfahrung". Müller weiter: "Ich bedauere das sehr, dass schon alleine der Start für ihn so schwierig war, und so umstritten und offensichtlich auch so viel Kraft gekostet hat, dass er dann vielleicht auch gar nicht mehr in die Situation gekommen ist, wirklich durchzudringen mit seinen Ideen und Konzepten."

Er habe aber auch Verständnis für das Vorgehen von Kultursenator Klaus Lederer (Linke), so Müller. "Das hätte ich nicht anders gemacht." Lederer habe sich die Situation eine Zeit angeschaut und entscheiden müssen. "Man kann so was auch nicht jahrelang weiterführen, wenn es nicht geht", meinte Müller. "Und dass man offensichtlich gemeinsam entschieden hat und sagt 'Beide Seiten wollten das, aber es passt einfach nicht, es geht nicht' - das ist doch auch ein Weg, der in Ordnung ist."

Laut Kulturverwaltung verständigten sich Lederer und Dercon einvernehmlich darauf, die Intendanz sofort beenden. Dercon war von Teilen der Berliner Theaterszene scharf attackiert worden. Berufen hatte ihn Müller 2015, als der Regierungschef gleichzeitig auch Kultursenator war.

Er sei da mit sich im Reinen, so Müller. Er habe in den zwei Jahren als Kultursenator mehrere Berufungen gehabt. "Da waren tolle Entscheidungen dabei, mit denen alle zufrieden sind." Bei der Volksbühne müsse man sagen: "Vielleicht sind wir mit unterschiedlichen Erwartungen gestartet, die nicht zusammengepasst haben."

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