Restitution

Museum gibt geraubtes Marmorpaneel an Afghanistan zurück

Das geraubte Marmorpaneel aus Afghanistan liegt in einer Transportkiste im Museum für Kunst und Gewerbe
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Das geraubte Marmorpaneel aus Afghanistan liegt in einer Transportkiste im Museum für Kunst und Gewerbe

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg hat am Dienstag ein Wandpaneel aus Marmor an den afghanischen Staat zurückgegeben

Damit sei das Haus eines der ersten deutschen Museen, das ein Kunstwerk nach Afghanistan zurückgibt. Das Paneel gehört nach Angaben des Museums zu einem 78-teiligen Fries aus dem 12. Jahrhundert, der aus dem Innenhof des Königspalastes von Sultan Mas'ud III. in der Stadt Ghazni stammt. Ende der 1970er-Jahre wurde das Paneel aus dem dortigen Rawza Museum of Islamic Art geraubt. 2013 hatte das Museum das Marmorpaneel auf einer Auktion in Paris erworben.

"Dass sich ein Museum zu seinen Fehlern öffentlich bekennt, halte ich für einen wichtigen Schritt", sagte Direktorin Tulga Beyerle. Nach Jahren der Recherche könne das Paneel nun seinen rechtmäßigen Eigentümern übergeben werden. Vorerst soll es im afghanischen Nationalmuseum in Kabul aufbewahrt werden.

Überreicht wurde das Kunstwerk an Abdul Jabar Ariyaee, Geschäftsführer der afghanischen Botschaft in Berlin: "Ich appelliere an andere Museen und Privatsammlungen, uns bei der Rückholung geraubter Kunstgegenstände aus Afghanistan behilflich zu sein", sagte er.