Coronakrise

Museumsinsel mit Mundschutz: Parzinger für behutsame Öffnung  

Ein Mann fotografiert in einem Säulengang vor der Alten Nationalgalerie und dem Neuen Museum auf der Museumsinsel Berlin
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Ein Mann fotografiert in einem Säulengang vor der Alten Nationalgalerie und dem Neuen Museum auf der Museumsinsel Berlin

Museen können eigentlich bald wieder öffnen. Doch in Zeiten von Corona ist nicht jedes Haus geeignet. Auch Berlins weltbekannte Museen stehen jetzt auf dem Prüfstand

Berlins berühmte Museen werden in der Corona-Krise nur langsam wieder ihre Türen öffnen. "Es ist nicht trivial, ein Museum wieder aufzumachen", sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es bedarf umfangreicher Maßnahmen, um Hygiene zu gewährleisten und Ansteckung zu vermeiden." Zudem kündigte er an: "Es wird auch in den Museen eine Maskenpflicht für alle geben zum Schutz von Besuchern, Aufsichten und Mitarbeitern."

Allein zu den Staatlichen Museen der von Bund und Ländern getragenen Stiftung zählen 13 Sammlungen in 19 Häusern. Die als Weltkulturerbe ausgewiesene Museumsinsel im Zentrum Berlins besuchten zuletzt jährlich gut drei Millionen Menschen. 

Museen seien kritisch, "weil sich dort Menschen für eine längere Dauer in den Häusern aufhalten", sagte Parzinger. Deswegen müsse zunächst gesehen werden, "wie sich die Verteilung der Besucher organisieren lässt". Vieles hänge von konkreten räumlichen Gegebenheiten ab. "Es muss gewährleistet werden, dass bei der Besucherführung eine Entzerrung gegeben ist."

Parzinger nannte als Beispiel das zentrale Eingangsgebäude der Museumsinsel: "Die James-Simon-Galerie wäre schwierig, weil es ein offenes Haus ist, in das die Menschen ohne Ticket und aus vielen Richtungen hineinströmen können. So ein Szenario wollen wir uns nicht vorstellen." Auch Gebäude mit engen Räumen seien auszuschließen. "Das geht nur bei größeren, weitläufigen Räumlichkeiten." 

Kein konkretes Datum für Öffnungen

Derzeit werden Vorbereitungen für die in Berlin vom 4. Mai an wieder mögliche Öffnung der Museen getroffen. "Wir müssen Plexiglas an Kassen und Garderoben anbringen, entsprechende Markierungen am Boden für Schlangenbildung, Desinfektionsmittel bereitstellen."

Parzinger wollte kein konkretes Datum für Öffnungen nennen. "Wir können noch keinen festen Termin sagen, aber fest steht, dass wir nur einige wenige Museen öffnen werden. Am Anfang wird aber auch das nur eingeschränkt möglich sein." Es werde Online-Tickets mit Zeitfenstern geben. "Wir denken, dass wir im Laufe der ersten Mai-Hälfte, spätestens bis Mitte Mai das eine oder andere Haus öffnen können."

Zudem werden es laut Parzinger zunächst nur einige wenige ausgewählte Museen sein. "Es ist im Augenblick schwer zu sagen, welche Häuser wir öffnen können. Wir prüfen gerade, was auf der Museumsinsel möglich ist und auch am Kulturforum, welche Häuser sich am besten für eine Öffnung eignen."

Eher defensiv

Die Staatlichen Museen sollen eher defensiv vorgehen. "Wir gehörten zu den ersten, die am 14. März geschlossen haben", sagte Parzinger. "Wir sind weiter sehr vorsichtig und wollen auch in Zukunft lieber restriktiver sein, als das zu locker zu handhaben." Da es aktuell kaum Touristen in der Stadt gibt, sieht er die Öffnungen zunächst als Angebot an die Berlinerinnen und Berliner. "Wir wollen, dass die Menschen sich in dieser schwierigen Zeit mal wieder an Kunst und Kultur erfreuen können."

Zuvor wird es erste Schritte in den Bibliotheken geben. "Mit der Staatsbibliothek öffnen wir die größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum vom 4. Mai an wieder für den Ausleihbetrieb", kündigte Parzinger an. Darauf warteten viele Wissenschaftler und Studierende. "Es ist ein erster Schritt, der wichtig ist für den Wissenschaftsstandort Berlin." Der Lesesaal bleibe jedoch geschlossen. "Das gilt auch für die meisten anderen Bibliotheken der Stiftung."

Auch dort werde es eine Maskenpflicht geben für Nutzer, die Bücher ausleihen, genauso wie für Mitarbeiter. "Es bedarf natürlich gewisser baulicher Maßnahmen und Vorbereitungen, etwa Markierungen am Boden, wenn sich Schlangen bilden. So wie im Supermarkt."