Die öffentliche Preisvergabe findet am 21. Mai 2026 zusammen mit einer Ausstellung im ICAT an der Hochschule für bildende Künste Hamburg statt. Otobong Nkanga, geboren 1974 in Nigeria, gehört international zu den renommiertesten Gegenwartskünstlerinnen. Ihre Arbeiten, die sich in verschiedenen Medien mit der kolonialen Dimension von Rohstoffen, Naturverbundenheit und der Ausbeutung von Ressourcen beschäftigen, waren unter anderem auf der Documenta 14 in Kassel und Athen, der Venedig-Biennale 2019 und im New Yorker MoMA zu sehen. In Deutschland zeigte der Gropius Bau 2020 eine Einzelausstellung.
"Mit Otobong Nkanga ehren wir eine Künstlerin, die uns mit ihrer vielschichtigen, poetischen Arbeit in den Bann zieht", heißt es in der Jurybegründung des Finkenwerder Kunstpreises, der laut den Organisatoren der höchstdotierte seiner Art in Hamburg ist. "Insbesondere, wenn sie Teile ihrer Werke in Performances aktiviert – durch Musik, Bewegung, Energie. Ihr Körper wird zum Medium und schafft eine einzigartige Verbindung von Kunst, Raum und Leben."
Zur Auszeichnung, die vom Kulturkreis Finkenwerder zusammen mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK) verliehen wird, gehört auch ein Förderpreis für Absolventen der Kunstakademie. Dieser geht in diesem Jahr an Leyla Yenirce, die 2022 ihr Studium an der HfbK abgeschlossen hat. Die Künstlerin und Musikerin beschäftigt sich mit Bildern des Widerstands und schöpft dafür aus ihrem eigenen Archiv. Sie schafft daraus multimediale Collagen und macht unter anderem die Kämpfe kurdischer und jesidischer Frauen sichtbar. 2022 wurde sie mit dem Ars-Viva-Preis geehrt.