Otto Piene in Zürich

Sternenwanderer

Otto Piene "Die Sonne kommt näher", Installationsansicht Museum Haus Konstruktiv, 2020
Foto: Stefan Altenburger

Otto Piene "Die Sonne kommt näher", Installationsansicht Museum Haus Konstruktiv, VG-Bild-Kunst, Bonn 2020

Zero ist der Mond, die Sonne ist Zero: Das Haus Konstruktiv in Zürich zeigt die unvergleichlichen Luftskulpturen des 2014 verstorbenen Künstlers Otto Piene

"Zero ist die Stille. Zero ist der Anfang. Zero ist rund. Zero dreht sich. Zero ist der Mond. Die Sonne ist Zero. Zero ist weiß. Die Wüste Zero. Der Himmel über Zero. Die Nacht –, Zero fließt. Das Auge Zero. Nabel. Mund. Kuss." Mit diesem betörenden Sirenengesang gründeten Otto Piene und Heinz Mack im Jahr 1957 die Künstlergruppe Zero. Sie entwickelte eine neue Kunst voller Fortschrittseuphorie, mit Licht, Motoren und aufblasbaren Materialen statt Leinwand, Farbe und der Geste des Künstlergenies. 

Otto Piene hat sogar 20 Jahre lang in Cambridge am MIT gelehrt, einem Ort, wo die neuesten Technologien ersonnen und Grundlagenforschung betrieben wird. Bis zum 10. Mai zeigt das Zürcher Haus Konstruktiv noch einmal, wie variantenreich Piene der Sehnsucht nach dem Himmel einen Ausdruck gab: Neben frühen Gemälden präsentiert das Museum Rauch- und Feuerbilder, Lichtinstallationen und Luftskulpturen.

Darunter sind auch Sternschnuppen-Inflatables, die Erinnerungen wecken an sein letztes "Sky Event" 2014 auf dem Dach der Berliner Neuen Nationalgalerie. Als der 86 Jahre alte Künstler von den letzten Vorbereitungen dazu kam, versagte sein Herz im Taxi. Die Erinnerung an diesen großen Visionär wird bleiben.