Museen bei 19 Grad

Parzinger will ein Fünftel der Energie einsparen 

Ausstellung "Johann Gottfried Schadow. Berührende Formen", Alte Nationalgalerie, Berlin, 2022
Foto: Gerd Roth/dpa

Ausstellung "Johann Gottfried Schadow. Berührende Formen", Alte Nationalgalerie, Berlin, 2022

Beim Energiesparen sieht die Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Berliner Museen auf gutem Weg

"Die Innentemperatur liegt bereits überall bei 19 Grad, also in den Büros oder auf Verkehrsflächen", sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger der "Berliner Morgenpost". Natürlich müsse man den Erhalt der Kulturgüter gewährleisten. Doch denke man auch "über eine Anpassung der Klimakorridore" nach. Ziel sei eine Senkung des Energieverbrauchs um 20 Prozent.

Zugleich gab Parzinger zu bedenken: "Museen sind auch soziale Orte, Orte für den Menschen. Und wer weiß, ob es nicht irgendwann im Winter zu einer Situation kommt, in der man in Kultureinrichtungen geht, auch um sich zu wärmen." Das werde im Gespräch mit der Politik schon mitbedacht. Kultureinrichtungen seien systemrelevant.

Parzinger bekräftigte seine Sorge wegen Protestaktionen von Klimaaktivisten der Gruppe Letzte Generation, die in den vergangenen Wochen Suppe oder Kartoffelbrei auf Bilder in Museen geworfen und sich an historischen Rahmen festgeklebt hatten. "Wir alle verstehen, dass beim Klimaschutz mehr geschehen muss", sagte er. "Wir alle müssen dafür unseren Beitrag leisten. Und man muss manchmal auch mit besonderen Aktionen Aufmerksamkeit erzeugen. Aber ich glaube, dass Attacken auf verwundbare Kunst wirklich der falsche Weg sind."