Das teilte ihre Mailänder Galerie Raffaella Cortese mit. Forti lebte zuletzt in Los Angeles und litt seit mehreren Jahren an Parkinson.
Forti gilt als eine Schlüsselfigur der Postmoderne und prägte mit ihren Anfang der 1960er Jahre entwickelten "Dance Constructions" die Entwicklung von Performance- und Tanzkunst nachhaltig. Statt festgelegter Choreografien setzte sie auf einfache Anweisungen, Alltagsmaterialien wie Seile, Holzbretter oder Kisten sowie auf Improvisation und Zufall. Zu ihren bekanntesten Arbeiten gehören "Huddle" (2022 in der Neuen Nationalgalerie in Berlin aufgeführt), "Slant Board" und "See Saw".
Geboren wurde Forti 1935 als Simonetta Forti in Florenz. Ihre jüdische Familie floh Ende der 1930er-Jahre vor dem Faschismus über die Schweiz in die USA. Nach einer Ausbildung bei der Tänzerin Anna Halprin entwickelte sie in New York eine eigenständige künstlerische Praxis an der Schnittstelle von Tanz, Skulptur und Performance. Sie arbeitete unter anderem mit Robert Morris, Yvonne Rainer, Steve Paxton, Robert Whitman und dem Fluxus-Umfeld zusammen.
Fortis Arbeiten beeinflussten die Künstlerinnen und Künstler des Judson Dance Theater maßgeblich und erweiterten das Verständnis von Tanz als alltäglicher Bewegung. Später bezog sie auch Tierbeobachtungen, Sprache, Zeitungslektüre und Improvisation in ihre Performances ein und unterrichtete über Jahrzehnte, unter anderem an der UCLA.
Internationale Anerkennung erhielt Forti erst vergleichsweise spät. 2015 nahm das Museum of Modern Art in New York ihre "Dance Constructions" in seine Sammlung auf. 2023 wurde sie bei der Tanzbiennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Im selben Jahr widmete ihr das Museum of Contemporary Art in Los Angeles eine große Retrospektive.