Der internationale Kunstmarkt ist in einer schwierigen Phase. Die geopolitischen Krisen der Gegenwart dämpfen die Nachfrage, die Mega-Galerien drücken die mittleren Unternehmen an die Wand, und es fällt schwer, neue, jüngere Käuferschichten zu erreichen.
In den USA haben erste Galerien wie Clearing oder die Blum Gallery geschlossen. Werden wir gerade Zeuge einer strukturellen Umwälzung im Kunstmarkt? Was bedeutet das für den deutschen Markt? Dies sind die Themen der aktuellen Folge des "Kunst und Leben"-Podcasts von Monopol und Detektor FM.
Monopol-Chefredakteurin Elke Buhr spricht darin mit der Berliner Galeristin Tanja Wagner, die in diesem Jahr mit ihrer Galerie den 15. Geburtstag feiert, sowie mit Pay Matthis Karstens, Partner bei der Berliner Galerie Judin. Beide haben sehr unterschiedliche Strategien, um auf dem Markt zu bestehen. Wagner setzt auf eine überwiegend weibliche Künstlerliste mit Positionen, die vor allem für Institutionen interessant sind. So sucht sie ihre Käuferschaft erfolgreich in dieser Nische. Judin hat sich dagegen gerade mit der Mega-Galerie Pace zusammengetan und bespielt gemeinsam eine umgebaute alte Tankstelle in Schöneberg als Location für Ausstellungen und Events – auch, um den Kunststandort Berlin zu stärken.
Strategien jenseits des Wachstums
Die Lage auf dem Markt ist auch für sie herausfordernd, bestätigen Wagner und Karstens. Sie überlege sich genau, ob es sich lohnt, an bestimmten Messen teilzunehmen, sagt Tanja Wagner – manchmal seien auch gezielte Besuche bei Sammlerinnen und Sammlern die bessere Lösung. Und man müsse sich auch Strategien für einen Kunstmarkt zurechtlegen, der nicht mehr beständig wächst.
Die Galerie Judin dagegen setzt angesichts der Teuerungsraten dezidiert auf Wachstum, so Karstens. Den Unternehmergeist aus der Flasche lassen, mal was ausprobieren und die Leidenschaft für die Kunst entfachen – wie das gehen könnte, verraten die beiden Gäste in diesem Gespräch.
"Kunst und Leben" ist ein Monopol-Podcast in Kooperation mit Detektor.FM und moderiert von Sara-Marie Plekat. Zweimal im Monat geht es um alles, was die Kunstwelt bewegt – von Künstlerinnen und Kuratoren bis hin zu politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt, und die aktuelle Folge auch direkt hier: