Monopol-Podcast

Die Bettgeschichten der Kunst

Das Bett ist ein Möbelstück, das ein ganzes Leben erzählen kann – und auch die Kunst fasziniert. In dieser Folge des Monopol-Podcasts geht es um die Schlafstatt als Ort der Entblößung und Liegenbleiben als politischen Akt

1969 versetzten John Lennon und Yoko Ono die Medien in helle Aufregung. Im Hilton-Hotel in Amsterdam sollte es die Möglichkeit geben, das berühmteste Paar der Pop-Welt im Bett zu erleben. Wer aber auf eine sexy Geschichte mit viel Haut spekulierte, wurde enttäuscht. In biederen Schlafanzügen saßen John und Yoko bei ihrem heute legendären Bed-In zwischen weißen Daunen, um für ein Ende des Vietnam-Kriegs zu lobbyieren. 

Die beiden knüpften mit der Aktion, bei der sie mit Intimität und Öffentlichkeit spielten, an eine lange Kulturgeschichte des Bettes an. Bei Hofe waren während der Morgentoilette des Königs gerne mal ein paar hundert Personen anwesend, ab der Moderne wurde die Schlafstatt als intime Stätte der Leidenschaft, der Krankheit und des Todes inszeniert. Auch Künstlerinnen und Künstler haben am Motiv des Bettes immer wieder existenzielle Fragen verhandelt. In dieser Folge des Podcasts "Kunst und Leben" erzählen Monopol-Chefredakteurin Elke Buhr und Online-Redakteurin Saskia Trebing von einigen ihrer Lieblingsbeispiele und schlagen einen Bogen von Gemälden aus Versailles bis zur Installation "My Bed" von Tracey Emin

Außerdem erzählt die Berliner Künstlerin Rebekka Benzenberg, warum sie ihre gebrauchte Bettwäsche als Skulptur hinter Glas ausstellt und sich damit in eine Geschichte des körperlich geformten Readymades einreiht. Für sie ist das Bett nicht nur ein Symbol, sondern auch ein sehr konkreter Ort, an dem sie viel Zeit verbringt. Sie erholt sich dort, arbeitet, isst, erlebt Nähe und Einsamkeit. Auch in Phasen der Depression wird das Möbelstück zu ihrem Mittelpunkt und zu einem Lebensraum.

Das Bett wirft Fragen von Sichtbarkeit, Pflege und Umgang mit gesundheitlichen Krisen auf - und ist deshalb politisch. Saskia Trebing erzählt im Podcast auch von einem Graffito in ihrem Kiez in Berlin, das ihre Recherche zu diesem Thema ausgelöst hat: "Resting Is Radical".


"Kunst und Leben" ist ein Monopol-Podcast in Kooperation mit Detektor.FM und moderiert von Sara-Marie Plekat. Zweimal im Monat geht es um alles, was die Kunstwelt bewegt – von Künstlerinnen und Kuratoren bis hin zu politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt, und die aktuelle Folge auch direkt hier: