Niederländischer Architekt

Rem Koolhaas empfindet Armutserfahrung als "Segen"

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Der niederländische Architekt Rem Koolhaas (73) profitiert laut eigener Aussage davon, als Kind in Armut gelebt zu haben

"Ich empfinde es als Segen, einer Generation anzugehören, die Hunger erlebt hat", sagte Koolhaas in einem Interview des "Süddeutsche Zeitung Magazins" vom Freitag.

Nach dem Krieg sei seine Familie bitterarm gewesen, sagte der Architekt, der unter anderem den aktuellen Neubau des Medienkonzerns Axel Springer in Berlin entworfen hat. "Meine kindliche Vorstellung von Luxus war entsprechend bescheiden, und das ist bis heute so geblieben. Zu meinen großartigsten Vergnügungen gehört es, öffentliche Schwimmbäder zu besuchen, was keine teure Angelegenheit ist", erzählte Koolhaas.

Es sei ein "Privileg", zwischen Bedürfnis und Wunsch unterscheiden zu können, erklärte Koolhaas weiter. "Der Mangel an Mangel, der heute herrscht, macht Menschen zu flatterhaften, reizsüchtigen Wesen, die vor lauter Wunscherfüllungsversuchen zu nichts Substanziellem kommen." Wenn er sich seine Kinder und Enkel ansehe, tue es ihm leid, dass diese nie ähnliche Erfahrungen gemacht hätten wie er.

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