Archäologen haben im niederländischen Nimwegen einen riesigen römischen Badehaus-Komplex ausgegraben. Mit fast 5000 Quadratmetern seien es die größten Thermen, die jemals in den Niederlanden gefunden wurden, teilte die Stadt Nimwegen mit.
Die Reste der Badehäuser sowie große Teile der Leitungen und Kanäle sind nach Angaben der Stadt rund 2000 Jahre alt und gut erhalten. Nimwegen liegt an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen und hieß zu römischer Zeit Ulpia Noviomagus.
Außer dem Badehaus-Komplex legten die Archäologen auch Reste von luxuriösen Stadtwohnungen, Straßen und einem Turm frei. Und sie fanden zehntausende Objekte - wie etwa reich verzierte Haarnadeln, Münzen, Schmuck, eine Büste des römischen Weingottes Bacchus und vier Würfel, geschnitzt aus Knochen. Die Funde zeigen nach Darstellung der Archäologen, dass die Bewohner in diesem Teil der Stadt in Wohlstand lebten.
Kostbare Materialien
Die Badehäuser selbst waren nach Angaben der Archäologen aus teuren Materialien gebaut, die Wände mit Marmor verkleidet, die Böden bedeckt mit schwarzen und weißen Fliesen und beheizt mit einer Fußbodenheizung. Andere Räume sind mit bunten Wandmalereien und Säulen verziert.
Ein Teil der Thermen war bereits vor gut 30 Jahren entdeckt worden. Doch dass die Anlage so umfangreich war, hatte die Archäologen überrascht. Weitere Ausgrabungen waren erst nicht möglich, da an der Stelle bisher ein Industriegebiet lag. Nun soll dort ein Neubaugebiet entstehen, und die Ausgrabungen konnten im vergangenen September beginnen. Im Juli sollen sie abgeschlossen sein. Teile der Ruinen sollen erhalten bleiben.