Spanische Sängerin

Rosalía entschuldigt sich für Picasso-Aussagen

Rosalia Ende Februar bei der Verleihung der 46. Brit Awards in Manchester
Foto: Scott A Garfitt/Invision/AP/dpa

Rosalia Ende Februar bei der Verleihung der 46. Brit Awards in Manchester

Die spanische Sängerin Rosalía hat sich nach öffentlicher Kritik für ihre Äußerungen über den Maler Pablo Picasso entschuldigt und einen Fehler eingeräumt

In einem auf TikTok veröffentlichten Video sagte die Musikerin, sie habe bislang vor allem das Bild Picassos als "großen" Künstler gekannt und nicht gewusst, "dass es reale Fälle von Misshandlung gab". Rückblickend sei sie "nicht im Reinen" mit dem, was sie in einem Interview mit der argentinischen Schriftstellerin Mariana Enriquez über Picasso gesagt habe. "Es stimmt, ich habe mich geirrt, ihr habt recht", erklärte Rosalía. Zugleich bat sie um Entschuldigung, falls ihre Aussagen gegenüber den betroffenen Frauen "unsensibel" gewesen seien.

Ausgelöst worden war die Kontroverse durch eine zuvor veröffentlichte Unterhaltung, in der Rosalía erklärt hatte, es störe sie nicht, "zwischen dem Künstler und dem Werk zu unterscheiden". Weiter sagte sie: "Vielleicht hätte ich diesen Mann, wenn ich ihn gekannt hätte, wegen der Dinge, die man mir über ihn erzählt hat, nicht besonders gemocht. Aber wer weiß – vielleicht doch. Mir ist das egal, ich genieße sein Werk.“ In sozialen Netzwerken warfen ihr daraufhin zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer mangelnde Sensibilität gegenüber Frauen, die unter dem Machotum und Sexismus des Malers gelitten hätten.

In ihrer Videobotschaft erklärte Rosalía, es sei wichtig, über bestimmte Themen nicht zu sprechen, "wenn man nicht über alle Informationen verfügt“". Zugleich dankte sie ihrem Publikum dafür, sie auf ihren Irrtum hingewiesen zu haben.

Der in Spanien geborene Picasso, der später überwiegend in Frankreich lebte, gilt als einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts und als Mitbegründer des Kubismus. Zugleich wird seine Biografie seit Jahren kritisch diskutiert, unter anderem wegen seines Umgangs mit Frauen.

2023 kuratierte etwa Hannah Gadsby die Ausstellung "It’s Pablo-matic" im Brooklyn Museum in New York. Die australische Komikerin und Kunsthistorikerin stellte darin Werke Picassos Arbeiten von Künstlerinnen gegenüber und kommentierte sie aus feministischer Perspektive. Ziel der Schau war es, Picassos Vermächtnis "durch eine kritische, zeitgenössische und feministische Brille" zu betrachten. Zuvor hatte Gadsby in ihrer berühmt gewordenen Stand-up-Show "Nanette" das Frauenbild des Künstlers thematisiert. "Pablo Picasso, ich hasse ihn", hieß es unter anderem darin. "Aber das darf man nicht – denn: Kubismus. Und wenn man den Kubismus ruiniert, bricht die Zivilisation, wie wir sie kennen, zusammen."

Gerichtliche Verurteilungen oder polizeiliche Belege für körperliche Gewalt durch Pablo Picasso gibt es nicht. Biografien und Zeugenaussagen berichten jedoch von emotionaler Manipulation, Demütigungen und mutmaßlicher Misshandlung. "Er behauptete mit Vorliebe: 'Es gibt nur zwei Kategorien von Frauen – Göttinnen und Fußabstreifer.'", berichtete etwa die Lebensgefährtin Francoise Gilot. "Und immer, wenn er dachte, ich könne mich zu sehr als Göttin fühlen, tat er, was er konnte, um mich zum Fußabstreifer zu erniedrigen."