Nach Haftentlassung

Russischer Künstler erneut im Visier der Justiz

Foto: dpa
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Pjotr Wersilow in einer Berliner Wohnung

Unmittelbar nach seiner Haftentlassung bekommt der bekannte russische Aktivist und Künstler Pjotr Wersilow erneut Probleme mit der Justiz

Er werde angeklagt, weil er seine kanadische Staatsbürgerschaft verschwiegen habe, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee am Dienstag in Moskau mit. Wersilow, der auch Herausgeber des kremlkritischen Internetportals Mediazona ist, macht immer wieder durch politische Aktionen mit der Künstlergruppe Woina und der Punkband Pussy Riot auf sich aufmerksam.

Wersilow war im Juni wegen leichten Rowdytums zu einer kurzen Arreststrafe verurteilt worden. Bei einer Razzia in seiner Wohnung fanden die Ermittler nach eigenen Angaben seinen zweiten Pass. Er habe dies nie bei den russischen Behörden gemeldet, hieß es. Bis zu seiner Anklage gelte für ihn eine Reisebeschränkung. Wersilow drohen eine hohe Geldstrafe oder bis zu 400 Stunden Arbeitsdienst.

Der 32-Jährige betonte am Montagabend im russischen TV-Sender Doschd, er habe nie seine kanadische Staatsbürgerschaft verschwiegen. Dies sei öffentlich bekannt. Diese Information ist auch auf Portalen wie Wikipedia nachzulesen. Wersilow ist 1987 in Moskau geboren und lebte mit seiner Familie als Teenager einige Jahre in der kanadischen Metropole Toronto.