"Kultur-Milliarde"

Senator Lederer: Unterstützung für die Kultur reicht nicht aus

Klaus Lederer (Die Linke), Kultursenator von Berlin
Foto: Christophe Gateau/dpa

Klaus Lederer (Die Linke), Kultursenator von Berlin

Berlins Kultursenator Klaus Lederer hat die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters angekündigten Hilfen für Kulturschaffende in Höhe von einer Milliarde Euro grundsätzlich begrüßt - sieht den Betroffenen aber nicht genug geholfen

"Es ist gut, dass drei Monate nach Beginn der Pandemie die Kultur nun auch durch die Bundesregierung adressiert wird", sagte der Politiker (Die Linke) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Milliarde zeigt aber den Stellenwert der Kultur - etwa im Vergleich zur 9-Milliarden-Subventionierung einer Airline." Leider werde sie nicht Ländern und Kommunen bei der Infrastruktursicherung helfen.

"Auch die Kunstschaffenden erhalten mit bürokratischen Überbrückungshilfen bis September keine soziale und berufliche Perspektive, denn Kultur war zuerst und wird mit am Längsten von der Pandemie betroffen sein", so Lederer. "Im September ist sie nicht vorbei."

Nach Angaben von Grütters (CDU) soll mit 250 Millionen Euro Kultureinrichtungen bei der Umsetzung etwa von Hygienekonzepten, Online-Ticket-Systemen oder Belüftungssystemen geholfen werden. Bis zu 450 Millionen Euro sind vorgesehen, um Kulturschaffende aus der Kurzarbeit zu holen und ihr Wirken zu finanzieren. Für die Schaffung digitaler Angebote stehen 150 Millionen Euro bereit. Mit 100 Millionen sollen coronabedingte Einnahmeausfälle ausgeglichen werden.

Zum Vergleich: Die Bundesregierung will die in der Corona-Krise unter Druck geratene angeschlagene Fluggesellschaft Lufthansa mit einem neun Milliarden Euro umfassenden Hilfspaket stützen.