Er googelt rosa Himmel, druckt es aus auf die Folie. Da ist ein Farbverlauf. Irgendwie auch humorvoll, zeitgemäß. Den Vorgang von Malerei fortgeführt gegriffen. Seide, so transparent und zart als Bildträger. Der Blick fällt durch die textilen Fasern auf das Holz des Keilrahmens dahinter. Wie ein intimer Raum, der doch alles enthüllt. Das Fenster, durch das wir durchblicken um wahrzunehmen, was den Innenraum der Galerie gefüllt, ist nun verschlossen durch eine Fensterinstallation aus Seide. Der Betrachter steht draußen vor der Galerie und blickt hinein oder eben auf das Bild, welches Christoph Wüstenhagen ortsspezifisch erschaffen wird. Der Metallrahmen des Fensters gibt den äußere Rahmen des Bildes vor. Das Fenster wird zum Bild. Das Fenster wird zum Raum.
Ein Schnipsel der im Wind auf den Atelierboden geweht ist. Wir blicken runter, er hebt das Stückchen Papier auf und sagt: guckt das könnte auch was sein. Eine Form fürs nächste Bild. Statt im ursprünglichen Sinne zu malen mit Pinsel und Farbe, bügelt Wüstenhagen seine Bilder. Durch die Wärme haften die Folienteile auf der Seide und erstarren in einer gesetzten Komposition. Mit einer besonderen Wahrnehmungshaltung filtert, sucht und entdeckt Wüstenhagen überall Bildinhalte. Es sind nicht nur geometrische Formen in seinem Werk zu finden. Er hat genauso auch eine hervorragende Zeichenfähigkeit und Auffassungsgabe Details zu erkennen und zu seinem spielerischen Repertoire zu machen.
Schaufensterausstellung