Christopher Lehmpfuhl - Im Lichtwandel
Seelenwanderer durch Raum und Zeit
Christopher Lehmpfuhl überwältigt mit 39 vor allem brandneuen Gemälden und Aquarellen in der Augsburger GALERIE NOAH – Vernissage am 30. Juli 2026
Die Urgewalt erkannt, auf Leinwand gebannt, ins Hier und Heute verdammt,
das, nicht mehr oder weniger, hat Christopher Lehmpfuhl, offenkundig, und tut es immer und immer wieder. Er, ein zunächst einfacher Künstler aus Berlin, der nicht die große Abstraktion braucht, nicht das Konzeptuelle, nicht das Objekt, die Installation oder die Performance, der mit Ölfarbe und einem Bildträger in Natur und Stadt zufrieden, ja, glücklich ist, er meint es ernst, mit dem Malen, der Kunst, seiner Umwelt und uns. Er, das „Malschwein“, wie er sich selbst nennt, geht raus und rein in die Natur, das bereits seit Jahrzehnten, spürt auf, hinein, voller Ehrfurcht und Aufrichtigkeit, rechtschaffen, respektvoll, fair. Er packt die Farbe mit den Händen aus dem Kübel auf Leinwand, im Temperament den meteorologischen Verhältnissen angepasst, und hinterlässt uns Gebirge wie Großstadt, dickspurig, pastos, plastisch wie pathetisch, so, als wolle er, jemand, wir eins werden mit der Natur. Kraftvoll, energetisch, gewaltig kommen seine Malereien daher, voll von Hochachtung für vielleicht Gott Gewolltes, Nächstenliebe, Liebe impliziert, ja, mit einer eigenen Seele.
Christopher Lehmpfuhl, 1972 in Berlin geboren, an der hiesigen Hochschule der Künste bei Professor Klaus Fußmann studiert, ebenda als Meisterschüler abgegangen, ist beeinflusst von Lovis Corinth, dem deutschen Impressionismus, aber auch von Adolph von Menzel, der Schule von Barbizon, Gustave Courbet, und durchaus auch von Caspar David Friedrich, der deutschen Romantik. Er spürt Licht-Stimmungen nach, der Jahreszeit entsprechend, und schafft es schnell, diese in wenigen Strichen, besser Schürfen, Handgriffen atmosphärisch sichtbar, greifbar zu machen. Er, also ein „Neo-Impressionist“ durch und durch, ehemals im Übrigen Mitglied der „Norddeutschen Realisten“, treibt die Pleinair-Malerei, so will ich meinen, in kathartischer Manier auf die Spitze, setzt, in postdigitalen Zeiten von Krieg und Krise, einen überlebensnotwendigen Kontrapunkt, und wird dafür gefeiert, verehrt, mit zig Stipendien und Preisen wie dem Franz-Josef-Spiegler-Preis, dem Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft, dem Wolfgang-Klähn-Preis überhäuft. Renommierte Museumsausstellungen wie der auf Schloss Gottorf 2021 und nicht zuletzt seine Ausstellungsbeteiligung bei „Freiraum Kunst – Akademie der Künste goes Schloss Bellevue“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank–Walter Steinmeier just vor ein paar Wochen machen die Notwendigkeit dieser klaren, konsequenten Bildsprache gerade dieser Tage, im ersten Drittel des 21. Jahrhunderts, deutlich.
39 Gemälde und Aquarelle, Landschaften, Stadtveduten, Genres aus überwiegend dem Jahr 2026, insgesamt doch rückwirkend bis 2007, mit vor allem Berliner, Münchner, sogar Augsburger und österreichischen Gebirgs-Motiven entführen derzeit im historischen Kuppelsaal des fuggerstädtischen Glaspalastes in die wunderbare, Halt gebende Welt dieses Ausnahmekünstlers, eines Seelenwanderers durch Raum und Zeit, die hält, was sie verspricht. Großartig.