"Ich betrachte Langsamkeit nicht als Trägheit, sondern als einen Akt der Großzügigkeit. Es ist die Entscheidung, der Arbeit, dem Körper und den Geistern, die noch immer gehört werden wollen, Zeit zurückzugeben. Sich dem Vorwärtsdrängen zu widersetzen bedeutet, Raum fürs Zuhören, für Ausdauer und für Begegnungen zu schaffen." Socrates Stamatatos, Kurator und Künstler
Ev Pommer (*1968 in Wriezen, Brandenburg) hat Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee studiert. Sie hat verschiedene Preise sowie Förderungen erhalten und war an zahlreichen Ausstellungen beteiligt. Ev lebt und arbeitet in Berlin.
Die Spannung in den Werken von Ev Pommer entsteht in den Zwischenräumen, es sind die minimalen Veränderungen, die eine Entwicklung nachvollziehbar machen, immer vom Körper ausgehend, als Formulierung für die Energie der Existenz. Der menschliche Körper als Grundkonstante in der dauernd schwingenden Zwiesprache mit dem Erfahrungsraum. Die horizontalen und vertikalen Dimensionen des Körpers sind bereits die Vektoren, die Anwesenheit beschreiben. Ihre Zeichnungen sind nicht Vorübungen für die Bildhauerei. Eigenständig stehen zweidimensionale neben dreidimensionalen Werken und schärfen sich gegenseitig. Als Bildhauerin spricht sie mit körperlichen Mitteln von geistigen Zuständen. Ihre Objekte sind das Konzentrat aus Erfahrungen und Erinnerungen. Sie möchte mit dem Betrachter eine gedankliche Rekonstruktion einer sinnlichen Erfahrung teilen.