In Kooperation mit der Salongalerie Die Möwe präsentieren wir in Ausstellungsräumen am Kurfürstendamm 71 Bilder und Skulpturen von sechs Künstlerinnen und Künstlern zwei scheinbar gegensätzliche Stilrichtungen in der abstrakten Kunst: die geometrisch-strukturelle und die gestisch-spontane. Beide haben jedoch eines gemeinsam: Sie folgen einer eigenen inneren Logik, einer selbstbestimmten Präzision, sei sie bewusst geplant oder intuitiv erspürt.
Acrylbilder von Horst Bartnig, einem der bedeutendsten Vertreter der Konkreten Kunst, sowie Acrylarbeiten und Collages miniatures von Ines Doleschal faszinieren durch die Vielfalt der Kombination geometrischer Formen, ihre Rhythmisierung und Farbgestaltung. Eine ähnliche ästhetische Auffassung spiegelt sich in den streng geometrischen, teils beweglichen und farblich akzentuierten Edelstahl- und Acrylobjekten des Bildhauers Wolfram Beck wider, der zugleich ein Meister der handwerklichen Präzision war.
Das deutsche Informel ist in der Ausstellung mit Arbeiten von Marie-Louise von Rogister vertreten, die zu den namhaften Malerinnen dieser Kunstrichtung zählt. Ihre Strukturbilder auf Leinwand und Papier scheinen ebenso wie die farbkräftigen Werke des Malers Gerhart Hein das Ergebnis eines spontanen Malgestus zu sein. Dennoch liegt ihnen ein überlegtes Form- und Farbverständnis der Künstler zugrunde.
Mit Schwarzweißaufnahmen von Gunda Scheel erlebt die Fotografie eine Premiere in der „Möwe“. Die Fotokünstlerin arbeitete ausschließlich mit analoger Technik. Alltagsgegenstände und bekannte Orte erfahren auf ihren Fotos eine geheimnisvolle, poetische Verwandlung und werden mitunter zu abstrakten Mustern und Strukturen.