Helge Leiberg - Move!
Vom Sieg des Guten über das Böse
Berliner Künstler Helge Leiberg sorgt zum vierten Mal für imposante Sinnbilder unserer Zeit in der Augsburger GALERIE NOAH – Vernissage am 22.1.2026!
Enthemmt, extrovertiert, bacchantisch, zugleich gezügelt „moved“ es hier und heute, inmitten des historischen Kuppelsaals der GALERIE NOAH, durch Raum und Zeit: die starke Bewegung, wie in Stein gemeißelt, mit wenigen Pinselstrichen in Ewigkeit verbannt; ästhetisch, durchaus, auch archetypisch, antikisiert. Gestärkt im Saft, voller Power, Energie bringen schwarze Silhouetten, ja, mysteriöse Schattenfiguren etwas auf den Weg: Im Sprung aus der Welt hinüber, in bewusster Balance oder in tänzerischer Aufruhr befinden sich die Protagonisten von Helge Leiberg seit jeher, der Mensch, oft auch das Pferd, quer durch alle Kulturen Symbol für Freiheit, einen ungezähmten oder eben gezähmten Geist. Indes, will man meinen, erfüllen diese inzwischen einen Auftrag, eine hehre Aufgabe, vielleicht, womöglich, hoffentlich nicht weniger als die Befriedung, die Wiederherstellung dieser unserer, einer besseren Welt, Sieg des Guten über das Böse. Nicht unbeeinflusst von diesen unseren Tagen, von Krieg und Krise, wirtschaftlicher, pandemischer, auch sozialer, gesellschaftlicher, verfolgt der Maler, Bildhauer und Performance-Künstler Leiberg kontinuierlich sein Werk, die Versinnbildlichung unserer Zeit, von Träumen und Wünschen, das ganz wie gänzlich ohne Verleugnung. Kein Wunder, dass die Collage, wenn auch nur gemalt, ein Bildmotiv zerfetzt, uns irritiert, ein Moment immer und immer wieder „removed“ wird, einer Spule gleich; kein Wunder, dass die leichte, getreu getriebene Figur angestrengt der Weltkugel entgegenhält, ein verzweifelter, beinahe entsagender Atlas; kein Wunder, der Aufmarsch einer Truppe, alleine ist nicht mehr. Und dazwischen Hoffnung, wunderschöne Standbilder, Figurinen in Harmonie und herrlicher Grazie, die uns den Weg weisen, den „Move“ vorgeben. Ein Segen, Freude, Friede, für einen Moment, das Gute, Schöne, Wahre. Wunderbar. Leiberg, 1954 in Dresden geboren, ebenda an der Hochschule für Bildende Künste bei Professor Gerhard Kettner studiert, beschäftigt sich seit den 1970er Jahren mit Kunst, gleichermaßen mit Musik, Free Jazz, Neuer Musik, und Tanz. 1979 gründet er eine Mal-Band, der auch A. R. Penck lange Zeit angehört. Laut wollen sie sein, in der DDR, und prompt wird Leiberg ausgewiesen, 1984, siedelt über nach West-Berlin. Er, wie Penck, bleibt sich treu, bleibt Individualist, verharrt chiffrehaft expressiv auf Leinwand, figurativ, während um ihn herum die „Jungen Wilden“ toben. Bis heute verbindet er Musik, Gesang, Tanz, auch Literatur mit Malerei, Plastik, Film, greift in die große Trickkiste der profanen Mythologie, auch der christlichen Ikonografie, um die Zeit in Mut gebenden, Freude schenkenden, auch tragikomischen wie ironischen Allegorien zu packen. Er hat Erfolg: Über Jahrzehnte hinweg nunmehr stellt er in Ost- wie West-Deutschland aus, auf der „Biennale“ in Venedig, immer wieder in New York, in Brasilien, China. Jüngst auch wird er geadelt mit dem Ehrenpreis des Brandenburgischen Ministerpräsidenten, auch mit einer großen musealen Schau im Dresdner Barockgarten Großsedlitz, während sein Oeuvre im Getty-Musem Los Angeles imponiert, und Leiberg per se, als Performance-Künstler, in Europa durch die Lande zieht, mit intellektueller Elite wie Peter Lohmeyer, Corinna Harfouch und einst auch Christa Wolf. Zum vierten Mal seit 2008 präsentiert die GALERIE NOAH den so umfassenden Künstler Helge Leiberg mit rund 50 Arbeiten, stets mit überwiegend neuen Acrylbildern, Bronzeplastiken und Tuschezeichnungen, die im Kontext stehen mit älteren, vorhergehenden. Mit unserem Ausstellungstitel „Move!“ fordert er auf zur Bewegung, zur Mobilisierung, Reflexion, körperlicher wie geistiger, und macht den „Raum zur Zeit“, ein Zitat von Richard Wagner, aus „Parsifal“, der Oper um den sagenhaften Artusritter, der erst Mensch werden musste, um ein Held zu sein.