Sie war eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Moderne und gilt mit ihren Gobelins als Begründerin des expressiven Bildteppichs: Johanna Schütz-Wolff (1896–1965). Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird diese herausragende Künstlerin in ihrer Geburtsstadt mit einer umfassenden Werkschau gewürdigt.
Nach ihrem Studium an der Burg Giebichenstein und in München baute sie ab 1920 die Textilklasse an der halleschen Kunstgewerbeschule auf, die sie bis zu ihrer Freiberuflichkeit 1925 leitete. In ihren großformatigen Webereien mit reduziert agierenden Figuren auf dunklem Grund entwickelte sie eine wirkmächtige Sprache. Einen weiteren Schwerpunkt ihres Schaffens bilden Arbeiten auf Papier, vor allem Holzschnitte und Monotypien. Daneben zeichnet es sich durch ein bisher kaum beachtetes Werk architektur- und baubezogener Kunst aus.
In ihrem umfangreichen Œuvre widmet sie sich immer wiederkehrenden Themen: der Nähe und Ferne im Zwischenmenschlichen aber auch der Beziehung zwischen Mensch und Kreatur. Johanna Schütz-Wolffs Werke vereinen in ihrem Abstraktionsgehalt Modernität und Zeitlosigkeit.
Die Ausstellung präsentiert eine emanzipierte und in höchstem Maße eigenständige, von den Nationalsozialisten diffamierte Künstlerin und Wegbereiterin der Moderne aus Halle (Saale) in ihren zahlreichen Facetten.
Weitere Informationen auf www.kunstmuseum-moritzburg.de