Im Rahmen seines Jahresschwerpunkts „The Body …“ untersucht der Kunstverein Dresden 2026, wie wir Körper wahrnehmen, welche Geschichten sie erzählen und wer im öffentlichen Raum sichtbar wird. Ein besonderes Projekt führt diese Fragen an einen Ort, der bislang kaum mit zeitgenössischer Performancekunst verbunden wird: die Dresdner Frauenkirche. Die Tänzerin und Choreografin Sophie Hauenherm zeigt dort ihre eigens für den Raum entwickelte Arbeit „Schmetterlingseffekt“ im Rahmen eines Gottesdienstes zum Thema Inklusion. Die Aufführung markiert eine Premiere: Erstmals gestaltet mit Hauenherm eine behinderte Künstlerin eine Performance während eines Gottesdienstes in der Frauenkirche. Gemeinsam mit Frauenkirchenorganist Niklas Jahn und Frauenkirchenpfarrer Markus Engelhardt entsteht ein Dialog aus Bewegung, Wort und Musik, der den Gedanken des Schmetterlingseffekts erfahrbar macht: Wie können kleine Gesten, Begegnungen und Impulse weitreichende Veränderungen anstoßen? Im Jubiläumsjahr der UN-Behindertenrechtskonvention wird die Aufführung zu einem künstlerischen und gesellschaftlichen Statement für Sichtbarkeit, Teilhabe und die Anerkennung vielfältiger Lebensrealitäten. Hier wird Inklusion nicht nur thematisiert, sondern öffentlich gelebt.