Stefan Reiterer I Deflection

Mit „Deflection“ präsentiert Crone Berlin die erste große Einzelausstellung des jungen österreichischen Künstlers Stefan Reiterer in Deutschland, der bereits auf zahlreiche internationale Ausstellungsbeteiligungen zurückblicken kann und seit kurzem Mitglied der Wiener Secession ist.
Zu sehen sind Wandobjekte und großformatige Textilinstallationen, die einerseits die Symbiose des Analogen und Digitalen beschwören, andererseits unsere Wahrnehmung und Vorstellung von Räumen neu „verorten“.
Reiterer belässt es nicht beim klassischen, zweidimensionalen Bild, weil es in seinen Augen nicht mehr existiert. Er schafft faszinierende, sich in den Raum ausdehnende Gebilde, die zwischen abstrakter Form und verschwommener Landschaft oszilieren. Immer wieder tauchen ähnliche Bildfragmente auf, die in unterschiedlichsten Formen und Aggregatszuständen variiert werden. Man findet amorphe Strukturen, Markierungen, detailliert abgebildete Luft- und Satellitenaufnahmen, die Reiterer digital verzerrt, ausdruckt, malt, erneut verzerrt, wieder malt und schließlich auf große Holzplatten – zurechtgeschnitten zur jeweiligen Form – überträgt.
Durch diese Produktionsweise erfahren die Motive den ultimativen Transformationsprozess: Beliebig dehn-, dreh- und verzerrbar, gehen sie in einen fluiden Zustand über, in dem unterschiedliche Bildreferenzen ineinander morphen und zum völlig zeit- und ortsunabhängigen digitalen Gewebe werden.
Begleitet wird die Ausstellung von einer Kollaboration mit dem kanadischen Künstler Jeremy Bailey: Mittels Virtual Reality schickt er Avatare bekannter Künstler*innen durch den Galerieraum und lässt sie mit Reiterers Werken interagieren.
Stefan Reiterer wurde 1988 in Waidhofen an der Thaya in Österreich geboren und studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seine Arbeiten befinden sich in der Sammlung des Bundes Österreich, des Belvedere Wien und der Landessammlung Niederösterreich. Sie wurden unter anderem in Kunstinstitutionen in Sao Paulo, Mexico City, New York, Chicago, Los Angeles, London, Prag, Berlin und Porto gezeigt.