Trevor Paglens Space-Projekt

Skulptur von US-Künstler im Weltall verschwunden

Der Satellit mit der Skulptur "Orbital Reflector" von Trevor Paglen ist nicht mehr auf dem Radar zu sehen. Schuld könnte der "Government Shutdown" von Donald Trump im Januar sein


Der US-Künstler ließ "Orbital Reflector" im Dezember letzten Jahres mit einer "Falcon 9"-Rakete von Elon Musks Unternehmen SpaceX in den Orbit transportieren. Dort sollte sich ein 30 Meter langer, diamantförmiger Ballon öffnen. Seine spiegelnde Oberfläche sollte Sonnenlicht auch auf die Schattenseite der Erde werfen und ohne Teleskop am Nachthimmel sichtbar sein.

Die Ingenieure verloren den Kontakt zu dem Satelliten als das Federal Communications Commission (FFC) während der 35-tägigen Haushaltssperre lahmgelegt wurde. Daher verpassten sie das Zeitfenster, um die Box mit dem Ballon zu öffnen. Anderen Quellen zufolge heißt es, dass Trumps Regierung das Ausklappen untersagte. Paglen dazu: "Das, was im Moment das Ausfahren des Sonnensegels verhindert, ist kein technisches Problem, es ist ein politisches. Für mich entwickelt sich das hier vielleicht zu einer Allegorie für die politische Situation der Welt." Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass der Satellit nicht mehr zu orten ist. Er fliegt unbeobachtet im Weltraum umher.

Der Satellit dient keinem bestimmten Zweck, sondern ist eine rein künstlerische Geste. Das löste vor der Realisierung des Projekts eine Diskussion über unnötigen Weltraumschrott aus. Die Skulptur sollte 580 Kilometer über der Erdoberfläche fliegen, bevor sie nach einigen Monaten in die Atmosphäre eintreten und spurenfrei verglühen sollte. Da der Satellit nun herrenlos umher irrt, wird vermutet, dass die Box mit der Skulptur noch immer die Erde umrundet. Doch aufgrund der kleinen Größe, wird es nun wahrscheinlich Jahre statt Wochen dauern, bis die Konstruktion verglüht.

Das Vorhaben kostete um die 1,3 Millionen US-Dollar. Das Nevada Museum of Art in Reno, das das Projekt unterstützt hat, bestätigte, dass die Arbeit zurzeit nicht geortet werden kann. Dennoch beteuert es, dass das Kunstwerk ein Erfolg ist: "Paglen wollte, dass die Welt ernsthaft darüber nachdenkt, wer den Weltraum kontrolliert: Gehört er jemandem? Und wer entscheidet, wie er genutzt wird?" Durch die aktuellen Umstände seien die Fragen noch präsenter geworden.