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Julien Ceccaldi in Köln

Solito im Ei

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Vier Fragen an den kanadischen Künstler und Cartoonisten Julien Ceccaldi zu seiner Einzelausstellung im Kölnischen Kunstverein

Julien Ceccaldi, woran arbeiten Sie gerade?
Ich zeichne an einem Comic, der bald in Druck geht: Ein Jugendlicher lässt sich von einem Skelett entjungfern – ein Monster-Boyfriend wie im Märchen "Die Schöne und das Biest".

Sie sind 1987 in Quebec geboren – eine Cartoon-Region?
Julie Doucet ist eine Cartoonistin aus Montreal, die Menschen weit über Quebec hinaus beeinflusst hat. Ihre autobiografischen Comics ließen mich begreifen, wie interessant Themen um Intimität und Gender sind, wenn man sie auf unverblümte und persönliche Weise verarbeitet.

Worin unterscheiden sich die Arbeit an einem Cartoon und die Konzeption einer Ausstellung?
Die Werke einer Ausstellung stehen für sich selbst und sind nicht zwingend durch eine Narration verbunden. Ich kann da bizarrer zeichnen. Bei Cartoons müssen die Designs konsistent bleiben, dafür werden die Charaktere tiefer.

Was planen Sie für Köln?
Ich zeige dort Videoanimationen und Skulpturen, die wie Tote aussehen. Außerdem große Wandzeichnungen und -malereien, die sich auf die cel art des klassischen Zeichentrickfilms beziehen. Titelfigur der Schau ist Solito, der in einem Ei klebt, das er hoffentlich durchbrechen kann. Oder er stirbt – ohne je zu erfahren, dass er als Vogel eigentlich fliegen kann.

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