Wie die Galerie mitteilte, wird der Betrieb am 31. Dezember 2025 eingestellt. Die Schließung betrifft die Vertretung von 28 Künstlerinnen, Künstlern und Nachlässen, darunter Bruce Nauman, Richard Long und Wolfgang Laib.
Gerüchte über ein mögliches Aus gab es seit Monaten, doch die Galerie setzte ihre Ausstellungs- und Messepläne zunächst fort. Nun bestätigten langjährige Vertragspartner gegenüber "Artnet News", dass ihre Dienste nicht mehr benötigt würden. Als Grund nannte die Galerie in einer kurzen Erklärung die Entscheidung der beiden Mitgründer Angela Westwater und Gian Enzo Sperone, künftig getrennte Wege zu gehen.
Sperone Westwater wurde 1975 zusammen mit dem deutschen Künstler und Kunsthändler Konrad Fischer gegründet und galt früh als wichtiger Ort für den transatlantischen Austausch. Die Galerie brachte die europäische Avantgarde – etwa Gerhard Richter, Arte-Povera-Künstler wie Mario Merz oder Francesco Clemente – nach New York und zeigte gleichzeitig US-amerikanische Positionen in Europa. Fischer schied 1982 aus; seitdem firmiert die Galerie unter dem heutigen Namen.
Galeriegebäude von Norman Foster ein Wahrzeichen der Lower East Side
2010 zog Sperone Westwater als erste große Galerie an die Bowery und bezog ein von Norman Foster entworfenes gläsernes Ausstellungsgebäude mit markantem rotem Lastenaufzug. Das achtstöckige Haus wurde für mehr als 20 Millionen Dollar errichtet und gilt bis heute als architektonisches Wahrzeichen der Lower East Side. Die laufende Ausstellung von Richard Long soll bis 13. Dezember geöffnet bleiben; auch der geplante Auftritt der Galerie bei der Art Basel / Miami Beach findet noch statt. Über die Zukunft des Bowery-Gebäudes äußerte sich die Galerie nicht.
Das Aus des Unternehmens, mit dem ein prägendes Kapitel der New Yorker Kunstszene endet, reiht sich ein in eine Serie von Schließungen von bedeutenden US-Galerien in den letzten Monaten, etwa von Clearing, Kasmin, Venus Over Manhattan sowie der Galerie von Tim Blum.