Das Architekturverständnis des Stuttgarter Bureau Baubotanik hat wenig mit Kontrolle zu tun. Denn Oliver Storz und Hannes Schwertfeger arbeiten mit Pflanzen. Und die wachsen unterschiedlich schnell und meist dahin, wo es ihnen richtig erscheint.
In ihren Projekten nutzen die Architekten oft Bäume als Tragkonstruktionen. Zunächst erschaffen sie Baukonstruktionen, in die dann die Pflanzen wachsen. Mit den Stützen kämen die Erwartungen, erklärt Schwertfeger. Deswegen fing das Bureau Baubotanik irgendwann an, mit Künstlerinnen und Künstlern zusammenzuarbeiten, um diese Erwartungsräume zu füllen.
Für die Manifesta 16 bespielt das Duo die Gelsenkirchener St.-Bonifatius-Kirche. Auf dem Parkplatz bauen sie mobile Hochbeete auf, die mit Tee gefüllt sind. Gärtnerinnen beantworten Fragen, Tee trocknet im Eingang der Kirche, und der Gartenraum ist unterschiedlich nutzbar. Die Installation TEA beschäftigt sich mit der Kulturtechnik des Teetrinkens als Anleitung zur Entschleunigung.