Coronakrise

Dresdner Kunstsammlungen gut besucht - Programm 2021 reduziert

 Anja Priewe (l-r), Pressesprecherin, Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, und Dirk Burghardt, Kaufmännischer Direktor Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, nehmen an der Jahrespressekonferenz der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) im Kleinen Schlosshof im Residenzschloss tei
Foto: dpa

Pressesprecherin Anja Priewe (l-r), Generaldirektorin Marion Ackermann und Kaufmännischer Direktor  Dirk Burghardt bei der Jahrespressekonferenz der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Kleinen Schlosshof im Residenzschloss Dresden

Nach dem Rekordjahr 2019 schlagen Corona-Lockdown und fehlende Touristen aus dem Ausland ins Kontor von Sachsens berühmtem Museumsverbund. Mit weniger Einnahmen, aber viel Unterstützung wird für 2021 geplant - in unsicheren Zeiten

Das lokale, regionale und das Publikum aus anderen Bundesländern hilft den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) durch die Corona-Pandemie. Die Museen profitierten vor allem im Sommer vom innerdeutschen Ferientourismus, wobei die Resonanz größer als erwartet war. Generaldirektorin Marion Ackermann zog am Dienstag eine positive Bilanz - trotz vieler Einschränkungen und Abstriche. So rechnen die SKD 2020 wegen des monatelangen Lockdowns, abgesagter und verschobener Projekte mit nur 40 Prozent der geplanten Erlöse - und hoffen 2021 auf 55 Prozent, bei reduziertem Programm. 

Geplant sind derzeit sieben Ausstellungen, nicht mal ein Fünftel des üblichen Umfangs. Die größte Schau zu dem holländischen Barockmaler Johannes Vermeer (1632-1675) in Deutschland und das Kooperationsprojekt mit der Staatlichen Tretjakow-Galerie Moskau "Träume von Freiheit" zur russischen und deutschen Romantik sollen unbedingt stattfinden. "In angespannten unsicheren Zeiten brauchen wir auch mutige Entscheidungen für Projekte, sonst können wir gar nichts machen", sagte Ackermann. 

Neben dem frisch restaurierten Werk "Brieflesendes Mädchen am Fenster" kommen allein weitere neun Vermeer-Gemälde als Leihgaben in die Gemäldegalerie Alte Meister. Eine Verschiebung war laut Ackermann nicht möglich, «dann hätte es diese Ausstellung einfach nicht gegeben". Für die Romantik-Schau, für die Daniel Libeskind die Architektur entwirft, sieht es laut Ackermann "momentan gut aus" mit der Eröffnung Anfang Dezember in Moskau. "Wir kennen unsere Romantik gegenseitig nicht, das wollen wir ändern." 

In Dresden beleuchtet "1 Million Rosen für Angela Davis" bereits ab Oktober die ungewöhnliche Verbindung zwischen der US-amerikanischen Kommunistin und der DDR, die Anfang der 1970er Jahre eine Kampagne zur Freilassung der damals inhaftierten Bürgerrechtlerin initiierte. 2021 dann soll erstmals seit ihrer Schenkung die Sammlung Erika und Rolf Hoffmann umfassend zu sehen sein und die wegen Corona verschobene zweite Kinderbiennale nachgeholt werden, zu Themen wie Nachhaltigkeit und Natur. Zudem ist eine Schau zu deutschem Design zwischen 1949 und 1989 geplant, die Gemeinsamkeiten, Widersprüche und Unterschiede der Gestaltung zeigt - erst im Vitra Museum Weil am Rhein und dann an der Elbe.

Drei der sieben Projekte sind grund- und eines zum Großteil finanziert, sagte Ackermann. «Und wir haben viele Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben.» Der Freistaat hilft mit fast 4,5 Millionen für coronabedingte Einnahmeverluste und Mehrkosten. Eigentlich planten die SKD mit 10 Millionen Euro 2020, sagte der kaufmännische Direktor Dirk Burghardt. Nach dem Rekordjahr 2019 mit gut 2,6 Millionen Besuchern sei mit den Gästen aus dem Ausland die Hälfte des Publikums weggebrochen. Dank der Besucher aus Dresden, Sachsen und anderen Bundesländern aber waren die Zahlen laut Burghardt in den gesamten Sommerferien "hervorragend" - und auch noch im September. "Wir hoffen, das bleibt auf diesem Niveau."