Verdacht der Untreue

Staatsanwalt weitet Ermittlung gegen Documenta-Verantwortliche aus

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Nach dem Millionen-Defizit der Documenta 14 ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche der Kunstausstellung wegen des Verdachts der Untreue

Oberstaatsanwalt Götz Wied bestätigte am Mittwoch dem HR einen entsprechenden Bericht der "Rheinischen Post". "Gegen wen genau sich das Ende Januar aufgenommene Verfahren richte, wollte der Oberstaatsanwalt nicht mitteilen. Er betonte gleichzeitig, mit der Aufnahme der Ermittlungen sei kein Schuldvorwurf verbunden", heißt es im "Hessenschau"-Beitrag des HR.

Grund für die Aufnahme des Verfahrens ist ein externer Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers. Bereits im September hatte die Staatsanwaltschaft Kassel ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Später hatte die Kasseler AfD-Fraktion Strafanzeige wegen Untreue gegen den ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der Documenta gGmbH und ehemaligen Oberbürgermeister von Kassel sowie gegen die Documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff und den künstlerischen Leiter Adam Szymczyk erstattet.

Kulenkampffs Vertrag zum 1. Juni 2018 wurde aufgelöst. Sie hat stets jeden Vorwurf eines strafbaren Verhaltens zurückgewiesen. Kürzlich standen ihr Museumsdirektoren und Künstler mit einem offenen Brief bei.

Die Documenta 14 fand 2017 in Kassel und in Athen als zweitem, gleichberechtigten Standort statt. Das Finanzloch war im September kurz vor dem Ende der Ausstellung bekannt geworden und soll laut Prüfbericht vor allem in der griechischen Hauptstadt zustandegekommen sein.

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