Für das Städel Museum ist es eine der "bedeutendsten Erwerbungen seiner Geschichte": "Die Thronende Muttergottes" (um 1320/1330) – auch bekannt als "Altenberger Madonna" – ist nun im Museum zu sehen. Damit kehrt die zentrale Figur in den Altenberger Altar zurück, der sich im Städel befindet.
Nach Angaben des Museums zählt die Skulptur zu den bedeutendsten Kunstwerken der mittelalterlichen Bildhauerei in Deutschland und gehört zu den ältesten Beispielen der Kölner Bildhauerkunst des 14. Jahrhunderts. Einzigartig werde sie durch ihre hervorragend erhaltene originale Fassung.
"Nach einhundert Jahren ist die berühmte Altenberger Madonna zurück in ihrem zugehörigen Altar – eine lang ersehnte Sternstunde in der Geschichte des Städel Museums!", sagte Museumsdirektor Philipp Demandt. Nun seien alle Bestandteile des Altarretabels wieder vollständig vereint und dauerhaft zu sehen.
Die ältesten Zeugnisse deutscher Malerei
Die "Thronende Muttergottes" sei Teil des Altarretabels aus der Klosterkirche im hessischen Altenberg, erklärte das Städel, das seit hundert Jahren die Gemäldeflügel dieses Altars besitzt. "Mit dem originalen Altarschrein, einer Dauerleihgabe aus dem Schlossmuseum Braunfels, ist der Altenberger Altar ein Hauptwerk der aktuellen Sammlungspräsentation. Die Gemälde auf den Altarflügeln sind die ältesten Zeugnisse deutscher Malerei im Städel Museum."
Demnach thronte in jenem Altarschrein einst die "Altenberger Madonna". Die Skulptur befindet sich seit den 1920er-Jahren in süddeutschem Privatbesitz und wurde seit 1981 als Dauerleihgabe im Bayerischen Nationalmuseum München verwahrt.
Nun konnte die Figur mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung, des Städelschen Museums-Vereins sowie der Kulturstiftung der Länder für das Städel Museum angekauft werden.
Die "Altenberger Madonna" ist im Verzeichnis national wertvollen Kulturguts aufgeführt und daher vor dem Export geschützt. Das Verzeichnis national wertvollen Kulturguts listet für Deutschland und für die Bundesländer besonders bedeutsame Zeugnisse des kulturellen Erbes auf.