Wiener Messen vor dem Aus?

Viennacontemporary und Spark finden 2026 nicht statt

Das messetypische Raster ist von einer Anordnung abgelöst worden, die an das Gassengewirr in Wiens erstem Bezirk erinnern soll
Foto: © Courtesy Viennacontemporary

Das messetypische Raster ist von einer Anordnung abgelöst worden, die an das Gassengewirr in Wiens erstem Bezirk erinnern soll

Messe-Beben in Wien: Die Viennacontemporary hat ihre Ausgabe für 2026 abgesagt. Und auch die Konkurrentin Spark pausiert

Auf Anfrage von Monopol bestätigte der Viennacontemporary-Geschäftsführer Markus Huber am Wochenende, dass "die Messe 2026 nicht mehr in der bisherigen Form stattfinden wird." Zuvor hatte das Online-Kunstmedium "Artmagazine", berichtet, dass die Wiener Institution vor dem Aus stehe. 

"Management, Board und Shareholder der Viennacontemporary hatten sich 2023 gemeinsam dazu entschlossen, in enger Abstimmung mit dem Verband österreichischer Galerien sowie der Stadt Wien noch einmal den Versuch zu unternehmen, eine große internationale Messe für zeitgenössische Kunst in Wien zu realisieren – eine Messe, die dem Rang Wiens als internationaler Kulturhauptstadt auch im Bereich der zeitgenössischen Kunst gerecht wird", heißt es nun in der Stellungnahme. "Inzwischen mussten wir jedoch zur Kenntnis nehmen, dass dieses Vorhaben unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht umsetzbar ist. Sowohl die Situation der öffentlichen Budgets als auch die damit eng verbundenen Sponsorenpotenziale lassen eine Durchführung derzeit nicht zu – und dies trotz der zuletzt national wie international anerkannten, sehr erfolgreichen Editionen der Viennacontemporary."

Nötig sei jetzt ein "radikales Überdenken der zukünftigen Ausrichtung und Realisierung des Formats"; über nächste Schritte wolle man weiter informieren. In den vergangenen Tagen hatten mehrere Mitarbeiterinnen den Abschied von ihren Posten verkündet, unter "Team" findet sich bei der Messe online nur noch der Managing Director Markus Huber.

"Den Standort Wien neu denken"

Das jährliche Kunstmarkt-Format gibt es unter dem Namen Viennacontemporary seit 2015. In den vergangenen Jahren hat es immer wieder finanzielle Probleme und häufige Personalwechsel erlebt. Nach Beginn des vollumfänglichen russischen Angriffskriegs auf die Ukraine schied der damalige Gesellschafter Dmitry Aksenov aus, und die Messe wurde zu einer Nonprofit-Organisation umstrukturiert. 2025 übernahm die Kuratorin Abaseh Mirvali die künstlerische Leitung.

Inzwischen hat auch die Spark Art Fair angekündigt, 2026 zu pausieren. "Die Spark Art Fair steht seit ihrer Gründung für Qualität, Relevanz und einen offenen Dialog mit der Kunstszene. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, das Jahr 2026 bewusst als Phase der inhaltlichen und strategischen Weiterentwicklung zu nutzen", heißt es in einer Mitteilung von Montag. In den kommenden Wochen setzte das Organisationsteam "einen breit aufgestellten Diskurs mit Vertretern aus Politik, Aussteller*innen, Künstler*innen, Sammler*innen, Institutionen, Wirtschaft und sämtlichen Stakeholdern in Gang". Ziel sei es, "den Kunst- und Kunstmessen Standort Wien neu zu denken". 

Die Spark Art Fair, die auf Einzelpräsentationen setzt, fand 2021 erstmals in Wien statt. Die diesjährige Ausgabe war im März geplant.