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Bundesverdienstkreuz

Steinmeier ehrt Rauch, Tillmans und andere Künstler

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Auszeichnung zahlreicher Künstler mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für einen Aufruf zu mehr Toleranz und Respekt genutzt

Die Feier am Dienstag im Schloss Bellevue stand unter dem Motto: "Kultur verbindet". Zu den neuen Ordensträgern gehören die Künstler Wolfgang Tillmans, Neo Rauch, Jim Rakete, die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken und der Schriftsteller Rainald Goetz. Auch der französische Regisseur François Ozon wurde ausgezeichnet (hier die Liste aller Ausgezeichneten).

Unmittelbar vor dem Tag der Deutschen Einheit am Mittwoch erinnerte Steinmeier an die zentralen Begriffe der deutschen Nationalhymne: "Einigkeit und Recht und Freiheit: Das spricht sich so leicht", sagte er. Aber es bedeute auch, in Toleranz gegenüber Verschiedenheiten zu leben, "ohne staatliche Willkür und ohne Verhetzung und Gewalt auf den Straßen." In Freiheit zu leben heiße auch, kompromisslos für die Freiheit des Denkens, des Glaubens, der Wissenschaft und auch der Kunst einzutreten.

Die 13 ausgezeichneten Frauen und 16 Männer kommen aus Deutschland, Frankreich, Israel, der Schweiz und den USA. "Kunst darf und soll auch Widerspruch ernten", sagte Steinmeier weiter. "Dass wir Widerspruch in unserer Gesellschaft und in unserem Land aushalten und wissen, wie wichtig er ist: Das macht unsere Freiheit aus."

In einer kurzen Dankesrede, stellvertretend für alle Ordensträger, forderte Wolfgang Tillmans eine deutlichere Sprache der Politik gegen Versuche, die Gesellschaft zu spalten. "Wir erleben gerade gut organisierte und noch vor wenigen Jahren undenkbare Angriffe auf die internationale Zusammenarbeit, die freiheitliche Demokratie und auf die Europäische Union. Das kann nicht nur gefährlich werden. Das ist gefährlich."

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