Stephen Suckale in Frankfurt

Fotoessay als Tafelbild

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In der Frankfurter Galerie Philipp Pflug Contemporary zerlegt Stephen Suckale Autorität und Selbstrepräsentation

Stephen Suckale wäre ein fantastischer Fotokünstler, aber statt seine Aufnahmen glanzvoll abzuziehen und zu rahmen, jagt er sie lieber auf Stoff durch einen billigen Laserdrucker, näht sie zusammen und zieht sie auf Keilrahmen auf. Es entsteht ein Fotoessay als Tafelbild.

Zu sehen ist zum Beispiel ein drogenverwirrter nackter Mann, der sich über die eisernen Soldaten eines Kriegsdenkmals im Central Park geworfen hat, das NYPD klettert hinterher. Motive und Bildauffassung lassen an Michael Schmidts "Waffenruhe" denken. Im Vielklang ergibt sich jeweils das Thema: zum Beispiel Autorität oder Selbstrepräsentation wie in einer Serie von Fotos von Hedi Slimane, der auf Bildern immer gleich aussieht – ein Fotogesicht, einstudiert für die Ewigkeit.

Suckale, Jahrgang 1979, hat an der Städelschule studiert, beeinflusst von Michael Krebber und Thomas Bayrle, dessen Autobahnverflechtungen er auch in einem seiner Bilder aufnimmt. Und Kippenberger? Locker hingeworfene Malerei beherrscht er außerdem, Maler will er aber auch nicht sein. Ach das, sagt Suckale und winkt ab, sei mehr so ein Abarbeiten am Sujet.

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