Kunstmarkt

Studie: Galerien in Deutschland unter Druck

Der deutsche Kunstmarkt durchläuft einen Wandel: Eröffnung der Kunstmesse der Art Cologne im vergangenen Jahr
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Der deutsche Kunstmarkt durchläuft einen Wandel: Eröffnung der Kunstmesse der Art Cologne im vergangenen Jahr

Die dritte bundesweite Galerienstudie des Instituts für Strategieentwicklung (IFSE) zeigt eine angespannte wirtschaftliche Lage der Branche

Demnach sank der Gesamtumsatz deutscher Galerien von rund 890 Millionen Euro (2020) auf etwa 600 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte der Häuser erwirtschaftet weniger als 400.000 Euro im Jahr, der durchschnittliche Rohertrag, also der Anteil vom Gesamtumsatz einer Galerie, der nach Abzug aller Kosten übrigbleibt, liegt bei rund 30 Prozent.

Trotz stagnierender Umsätze bleibt die kulturelle Reichweite hoch: 2024 zählte die Szene mehr als 4000 Ausstellungen und zwei Millionen Besuchende. Personell prägt der Generationenwechsel den Markt: 29 Prozent der Galerien planen eine Übergabe in den nächsten fünf Jahren, weitere 20 Prozent innerhalb einer Dekade. Die Suche nach Nachfolgern gilt als schwierig.

Zudem steigt der Frauenanteil: 39 Prozent der Galerieleitungen und 41 Prozent des Galerienprogramms sind weiblich. Insgesamt sichern Galerien bis zu 5000 Arbeitsplätze, meist in kleinen Teams. Digitale Formate spielen wirtschaftlich nur eine Nebenrolle, Online-Verkäufe machen zwölf Prozent des Umsatzes aus – deutlich weniger als international üblich.

Belastend wirken ungelöste politische Fragen, etwa beim Geldwäschegesetz oder der steuerlichen Behandlung von Kunst. Viele Galerien fordern deshalb bessere Rahmenbedingungen und Zugang zu Fördermitteln.