Künstler*in Tadáskía aus Brasilien wird mit dem K21 Global Art Award 2025 ausgezeichnet
Das gab die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen am Dienstag bekannt. Der renommierte und mit 100.000 Euro dotierte Preis zählt zu den höchstdotierten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Die feierliche Verleihung mit Artist Talk findet am 9. Oktober im K21 statt.
Tadáskía (*1993 in Rio de Janeiro) arbeitet mit Zeichnung, Malerei, Skulptur, Video und weiteren Medien. In den Werken verbinden sich mythische Erzählungen, persönliche Erfahrungen als Schwarze trans Person sowie Themen wie Transformation, Selbstwahrnehmung und Natur. Für das K21 entsteht die ortsspezifische Installation "brincando animada: travesti mariposa centopeia / animated play: travesti moth centipede", bestehend aus einer Wandzeichnung und skulpturalen Elementen aus der Pflanze Taboa.
Jochen Volz, Direktor der Pinacoteca de São Paulo, schlug Tadáskía für den Preis vor. In seiner Begründung hebt er die Frische und den Mut des Werks hervor: "Tadáskía erschafft Bilder, die sich zwischen Fantasie und Realität bewegen – organisch, rätselhaft und voller Energie."
Der K21 Global Art Award wird von der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit den Freunden der Kunstsammlung und der Stiftung Reydan + Roger Weiss vergeben. Ziel ist es, die Sammlung durch internationale, diverse Perspektiven zu erweitern. Nach Senzeni Mthwakazi Marasela (2023) und Wang Tuo (2024) geht der Preis nun erstmals an eine künstlerische Position aus Brasilien mit einer non-binären Perspektive.
"Eine Stimme, die gesellschaftliche Normen herausfordert"
Neben Tadáskía wurden für den K21 Global Art Award 2025 auch Sin Wai Kin, Simon Fujiwara, Hashel Al Lamki, Celia Hempton und Sallisa Rosa nominiert – künstlerische Positionen, die sich durch internationale Perspektiven und vielfältige Ausdrucksformen auszeichnen. Die Entscheidung für Tadáskía traf ein Auswahlkomitee aus Vertreter*innen der Kunstszene einstimmig. Susanne Gaensheimer, Direktorin der Kunstsammlung, betont: "Mit Tadáskías Arbeit gewinnt unsere Sammlung eine Stimme, die gesellschaftliche Normen herausfordert und poetisch neue Räume eröffnet." Zugleich würdigte sie das verstorbene Jurymitglied Koyo Kouoh als bedeutende Wegbegleiterin des Preises.
Tadáskías Werke waren bereits in internationalen Institutionen wie dem Museum of Modern Art New York, der Biennale von São Paulo und dem Guggenheim Museum zu sehen. Ab 2025 wird eine neue Arbeit dauerhaft Teil der Sammlung des K21 sein.