Das 1927 entstandene Gemälde gilt als eines der erotischsten und bedeutendsten weiblichen Akte des 20. Jahrhunderts – und als Höhepunkt im Schaffen der polnisch-französischen Künstlerin. Die Darstellung zeigt Rafaëla, eine junge Frau, die Lempicka einst zufällig im Bois de Boulogne begegnete und prompt zu ihrer Muse und Geliebten wurde. Ihre sinnliche Ausstrahlung inspirierte Lempicka zu mehreren berühmten Aktdarstellungen.
"La Belle Rafaëla" ist laut Sotheby’s nicht nur ein künstlerisches Meisterwerk, sondern auch ein radikaler Ausdruck weiblicher Perspektive und sexueller Selbstbestimmung – eine Seltenheit in der von Männern dominierten Kunstgeschichte der Zeit.
"Lempicka war revolutionär – sie hat den weiblichen Akt aus weiblicher Sicht neu interpretiert", so André Zlattinger, Head of Modern Art bei Sotheby’s Europe. Ihre Kompositionen, stark beeinflusst von den Alten Meistern und Künstlern wie Ingres und Caravaggio, verbinden klassische Techniken mit dem scharfen Stil des Art Déco.
Das Gemälde war zuletzt 1985 bei Sotheby’s in New York versteigert worden und befindet sich seit 1997 im Besitz des aktuellen Eigentümers. Seine Rückkehr auf den Markt fällt in eine Zeit wachsender internationaler Anerkennung für Lempicka: Neben ihrer ersten großen US-Retrospektive feierte im vergangenen Jahr auch das Broadway-Musical *Lempicka* Premiere – mit Rafaëla als zentraler Figur.
Vom 13. bis 15. Juni wird das Werk in Zürich öffentlich ausgestellt, bevor es ab dem 18. Juni in London zu sehen sein wird.