"Fantasiemuskel"-Podcast #83

Trojanisches Pferd werden – mit Nadine Vicentini

Podcast-Grafik mit Schriftzug 'FANTASIE MUSKEL mit Nadine Vicentini' und Porträtfoto.

Nadine Vicentini ist Geschäftsführerin von Bayern Design, dem internationalen Kompetenzzentrum für Gestaltung, und Veranstalterin der Munich Creative Business Week, Deutschlands größtem Design-Event. Was Design mit Volksmusik zu tun hat und warum man ein Trojanisches Pferd werden sollte, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von Fantasiemuskel

Nadine Vicentini ist, wenn man so will, eine Mischung aus Lobbyistin und Managerin. Sie bringt Akteure aus dem Design, der Wirtschaft, dem Handwerk zusammen, damit etwas Neues entsteht und gedeiht.

Auf den ersten Blick hat das nichts mit Volksmusik zu tun, und vielleicht ist es auch ein Zufall, dass Nadine Vicentini, die eigentlich Physik und Musik studiert hat, heute in einer Band spielt, die sich der Neuinterpretation von Volksmusik verschrieben hat: G. Rag & die Landlergschwister. Die Gruppe mischt, hybridisiert, dekonstruiert traditionelle Volksmusik mit Jazz und Blues, und eine wichtige Rolle spielt dabei die Improvisation. Und die dort praktizierte Balance von Beständigkeit und Aufbruch kann man auch auf ihr Verständnis von Design übertragen. "Ich glaube, die Musik hilft mir loszulassen und immer auch wieder sagen zu können: Okay, wir fangen neu an und versuchen gleichzeitig, das Bestehende neu zu interpretieren."

Mit den beiden Podcastern Friedrich von Borries und Alexander Doudkin redet sie aber nicht nur über Musik, sondern vor allem über das Verhältnis von Design und Wirtschaft. "Ich finde", so erklärt sie, "künstlerische Freiheit und das Thema Business sind kein Widerspruch". Design, so erläutert sie, trage erheblich zur ökonomischen Wertschöpfung bei, gerade in Zeiten technologischer Umbrüche. Design helfe aber auch, die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine aufzubrechen und neu zu betrachten.

Dabei helfe das künstlerische, gestalterische und kritische Potential von Design. Die von manchen geschmähte Nähe zur Wirtschaft könne Design dabei sogar aktiv nutzen und, so Vicentini, wie ein Trojanisches Pferd fungieren: Design tarnt sich als ökonomische Notwendigkeit, um klammheimlich Räume für radikal neues, gesellschaftliches Denken zu öffnen.

"Fantasiemuskel", den Monopol-Podcast über Kunst, Wirtschaft und gesellschaftliche Transformation, können Sie auf allen bekannten Plattformen hören – oder die neue Folge direkt hier: