Die 1926 in Los Angeles geborene Künstlerin galt als eine der wichtigsten Stimmen der afroamerikanischen Gegenwartskunst und prägte über Jahrzehnte hinweg mit ihren Assemblagen aus Fundstücken, Zeichnungen, Drucken, Malerei und Fotografie den Diskurs über Rassismus, Geschlechterrollen und Spiritualität.
Saar hinterfragte in ihrem Werk immer wieder stereotype Identitätskonstruktionen und setzte sich kritisch mit der Geschichte der USA auseinander. Internationale Bekanntheit erlangte sie auch durch ihre scharfe Kritik an Werken der Künstlerin Kara Walker, denen sie vorwarf, Stereotype zu reproduzieren.
In Deutschland wurde Saar 2019 mit dem Wolfgang-Hahn-Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet. Die Jury betonte damals, es sei an der Zeit, die hierzulande lange unterschätzte Künstlerin zu würdigen. Mit dem Preis erwarb das Museum Ludwig Werke Saars für seine Sammlung.
Noch im hohen Alter war Saar international präsent: Das New Yorker Museum of Modern Art zeigte ihre Arbeiten ebenso wie das Los Angeles County Museum of Art. Ihr Werk beeinflusste Generationen jüngerer Künstlerinnen und Künstler und machte sie zu einer Schlüsselfigur der zeitgenössischen Kunst.