Ex-Documenta-Geschäftsführerin

Verfahren gegen Annette Kulenkampff eingestellt

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Ein in Kauf genommenes Millionendefizit, so lautete der Vorwurf, als die AfD-Fraktion Anzeige gegen die Documenta-Leitung erstattete. Das Verfahren wurde nun eingestellt

"Erwartungsgemäß", hieß es in einer Pressemitteilung, sei das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Kassel gegen die ehemalige Documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff eingestellt worden. Ihr konnte kein strafbares Verhalten nachgewiesen werden.

Im Oktober vergangenen Jahres hat die AfD-Fraktion die Documenta-Spitze um Chefkurator Adam Szymczyk und Kulenkampff angezeigt. Der Vorwurf: Veruntreuung von Geldern. Die Anzeige wurde laut "Hessischen Niedersächsischen Allgemeine" am 18. Oktober bei der Staatsanwaltschaft in Kassel von AfD-Bundestagskandidat Manfred Mattis eingereicht. Mattis ist neben seinem Engagement in der rechtspopulistische Partei als Rechtsanwalt tätig.

Der Fraktionsvorsitzende der AfD in Kassel erläuterte die Anzeige gegenüber der Zeitung so: "Dubiose Bargeldgeschäfte, ein bewusst in Kauf genommenes Millionendefizit in Höhe von mindestens 5,4 Millionen Euro, unverhältnismäßige Forderungen des documenta-Leiters, nachlässige Aufsichtsratsvorsitzende sowie die mangelhafte Auftrennung der beiden Kostenstellen Kassel und Athen benötigen unabhängige staatsanwaltschaftliche Aufklärung."

Über die Einstellung des Verfahrens sagt Kulenkampff: "Mit der Entscheidung ist nun der Weg frei für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft der Documenta. Es war und ist mir nicht zuletzt ein wichtiges Anliegen, Schaden von der Documenta abzuwenden."

Die Documenta-Leitung verbuchte die Schau 2017 mit 1,2 Millionen Besuchern als großen Erfolg. Außerdem seien drei Viertel der Besucher von der Doppelausstellung begeistert gewesen. "Der Documenta gelingt es alle fünf Jahre, mehr Menschen aus aller Welt mit aktuellen Positionen der Kunst zu erreichen als jede andere internationale Kunstausstellung. Für die Documenta 14 war hierzu das ebenso mutige wie riskante Konzept zweier gleichberechtigter Ausstellungsorte in Kassel und Athen gewählt worden", hieß es in einer Stellungnahme. 

Annette Kulenkampff ist seit dem 1. Juli Geschäftsführerin des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst in Frankfurt. Die Documenta 14 war die erste Ausgabe der Weltkunstschau, die sie verantwortete. Im Herbst wird die Kulturmanagerin Sabine Schormann Geschäftsführerin der Documenta.

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