"Weltkunstschau braucht Neuanfang"

Weimer verlegt Documenta an den Tegernsee

Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, im Bundestag
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Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, im Bundestag

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Der Kulturstaatsminister Wolfram Weimer kündigt den radikalen Umbau der Documenta an: Umzug von Kassel an den Tegernsee, neue Spielorte bis Neuschwanstein und veränderte Strukturen sollen der Weltkunstschau einen Neuanfang geben

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat eine Neukonzeption der Documenta angekündigt. "Statt wie bislang in Kassel wird die Documenta künftig am Tegernsee stattfinden: mit einem neuen Konzept, mit neuen Spielorten, mit einer frischen Perspektive auf Deutschland und die Welt", sagte Weimer bei der Vorstellung des Strategiepapiers am heutigen Mittwoch. Demnach sollen für die kommende Ausgabe der Weltkunstschau verschiedene Stätten rund um den Tegernsee sowie das rund 100 Kilometer entfernte Schloss Neuschwanstein bespielt werden.

Sowohl in der CDU-Fraktion als auch bei "meinen vielen Freunden in der Kunst- und Kulturwelt" habe er für seine Pläne viel Zuspruch erhalten. "Wir alle sind uns einig, dass die Documenta einen Neuanfang braucht", so Weimer. Deutschland sei nicht nur Kassel, nicht nur Berlin, nicht nur woke Konzeptkunst. "Jenseits der ausgetretenen Pfade der etablierten Szene liegt ein Elysium der Kultur, das Tradition und Moderne, gelebtes Brauchtum und ausgeprägte Lebensfreude, Handwerk und Hightech umfasst", so der Minister.

Gerade Neuschwanstein sei ein Sehnsuchtsort für Menschen aus aller Welt. "In diesem Architektur gewordenen Traum, inspiriert von Richard Wagners Opern und Ritterromantik, wollen wir gemeinsam mit internationalen Besuchern aus dieser Welt entfliehen und aufbrechen zu neuen Horizonten."

Strukturelle Neuaufstellung der Documenta

Auch strukturell will der Kulturstaatsminister die Documenta neu aufstellen. So wird ein neuer Beirat, bestehend aus Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, dem früheren Berliner Kultursenator Joe Chialo sowie dem Publizisten Ulf Poschardt den künftigen Documenta-Leitern beratend zur Seite stehen. Zudem wird ein verändertes Bewerbungsverfahren eingeführt: Künstlerinnen und Künstler können sich künftig selbst für die Documenta bewerben und ihre Portfolios unter bewerbung@verfassungsschutz.de einreichen. "So sorgen wir für maximale Transparenz und eine wirklich breite Auswahl an Positionen, die auch die tatsächlichen Interessen der Menschen in unserem Land spiegeln", so Weimer.

Außerdem kündigte der Kulturstaatsminister den Verkauf der Berlinale an den Streamingdienst Netflix sowie die Übernahme der Buchmessen in Leipzig und Frankfurt durch Amazon an. Details dazu will Weimer in den nächsten Tagen vorstellen.