Museumsschau

Weniger ist mehr

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Im Leopold-Hoesch-Museum Düren gewinnen Michail Pirgelis und David Ostrowski durch Verweigerung

Beide studierten an der Kunstakademie Düsseldorf, der eine bei Rosemarie Trockel, der andere bei Albert Oehlen. Dass sie im Rheinland geblieben sind, erweist sich inzwischen als gelungene Marketingstrategie. Ob ihre MD-Bar oder eine gemeinsam kuratierte Outsider-Ausstellung bei Delmes & Zander, sie agieren in friedlicher Koexistenz. Um die Ecke in Düren kann man nun überprüfen, ob die Chemie der Kölner auch in einer Museumsschau stimmt.

In der Installation "To Lose" hängt David Ostrowski seine Rohgemälde mitten in den Gang. Das blaue Gestengraffito wechselt sich mit entleerten Leinwänden ab, die nur von einem roten Streifen am Rand okkupiert werden. Das Konzept der Verweigerung kleidet Michail Pirgelis in eigene Metaphern des Untergangs: Die auf Schrottplätzen gefundenen Flugzeugteile breiten sich über Boden und Wände aus. Selbst als abstrakte Skulpturen erinnern sie an die gotischen Kirchenruinen, die den Romantikern den Weltschmerz versüßten.

Diese Kollaboration stellt die Kompassnadel der Kunstgeschichte nicht neu. Aber der Austausch im White Cube hat einen ästhetischen Mehrwert zu bieten, mit angenehm reduzierter Frequenz der Form und Farbe und einer Narration, die durch die Hintertür reinkommt.

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