Unter dem Titel "The House on Utopia Parkway: Joseph Cornell’s Studio Reimagined by Wes Anderson" eröffnet die Schau am 16. Dezember 2025 in der Gagosian Gallery in der Rue de Castiglione. Kuratiert wurde sie von Jasper Sharp in Zusammenarbeit mit Anderson. Es ist die erste Einzelausstellung Cornells in Paris seit mehr als vier Jahrzehnten.
Die Präsentation rekonstruiert Cornells legendäres Atelier im New Yorker Stadtteil Queens, wo der Künstler in den 1940er- bis 1960er-Jahren seine poetischen Assemblagen und Objektkästen schuf. Anderson und sein Team verwandeln den Galerieraum in ein begehbares Tableau mit rund 300 Objekten und Fundstücken aus Cornells Sammlung – eine Mischung aus "Zeitkapsel und Schattenkasten in Lebensgröße", wie es in der Ankündigung heißt.
Zu sehen sind zentrale Werke wie "Pharmacy" (1943), einst im Besitz von Teeny und Marcel Duchamp, "Untitled (Pinturicchio Boy)" (um 1950) aus der Medici-Serie oder "A Dressing Room for Gille" (1939), das sich auf ein Gemälde von Jean-Antoine Watteau bezieht. Leihgaben kommen unter anderem aus dem Joseph Cornell Study Center am Smithsonian American Art Museum in Washington.
Cornell (1903–1972), der weder eine akademische Ausbildung erhielt noch außerhalb der USA reiste, gilt als Pionier der Objektkunst. Seine filigranen Kästen und Collagen beeinflussten Generationen von Künstlerinnen und Künstlern – von Robert Rauschenberg und Betye Saar bis Yayoi Kusama.
Die Ausstellung kann auch von der Straße aus betrachtet werden: Das Schaufenster der Galerie wird in eine beleuchtete Installation verwandelt, die an Cornells nächtliche Arbeitssituationen erinnert.
Parallel zeigt das Design Museum London ab 21. November eine große Retrospektive zu Wes Andersons filmischem Werk.