Aufruf

Wissenschaftler fordern neuen Umgang mit Kolonialgeschichte

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Mehr als 80 Wissenschaftler aus aller Welt haben einen neuen Umgang mit der Kolonialgeschichte gefordert

In einem Appell in der Wochenzeitung "Die Zeit" verlangen die Unterzeichner unter anderem eine zentrale Institution zur Herkunftsforschung und eine grundlegende Neuorientierung in der Aufarbeitung. Rückgabe allein reiche nicht aus, betonen sie nach Angaben des Blattes.

Initiiert wurde der Appell von den Historikerinnen Rebekka Habermas (Göttingen), Ulrike Lindner (Köln) und drei weiteren in Deutschland lehrenden Wissenschaftlern.

Dem Appell zufolge müssten Museen, politische Stiftungen, aber auch Einzelinitiativen in internationalem Maßstab bei der Erforschung der Herkunftsgeschichte von Objekten unterstützt werden. Vor allem in den Lehrplänen der Schulen sollte die Kolonialgeschichte einen größeren Raum einnehmen als bisher, hieß es. Auch neue Lernorte seien nötig.

Der Intendant des künftigen Humboldt Forums im Berliner Schloss, Hartmut Dorgerloh, sprach sich ebenfalls in der "Zeit" gegen eine pauschale Rückgabe aller Kulturgüter aus der Kolonialzeit aus. Zwar müsse und werde es Restitutionen geben, das allein werde aber der komplexen Geschichte nicht gerecht, sagte er.

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