Art-Cologne-Woche

Wohin am Donnerstag in Köln?

© Courtesy Galerie Brigitte Schenk / Wladimir Tschirski
© Courtesy Galerie Brigitte Schenk / Wladimir Tschirski

Ilya und Emilia Kabakov "Concert for a Fly", 1986

Die Art Cologne lädt in die Talk Lounge, Anne Imhof zur Performance. Abends eröffnen Ausstellungen und im Museum Ludwig gibt es alternatives Kino

15 Uhr, Galerie Daniel Buchholz (Standort Elisenstraße)
Believe the hype: Anne Imhof, die Gewinnerin des Preises der Nationalgalerie für junge Kunst, zeigt noch einmal nach der Eröffnung gestern Abend eine Performance zur Ouverture ihrer Galerieausstellung in Köln. Hingehen!

15 Uhr, Talk Lounge, Halle 11.3, Art-Cologne
Während der Art-Cologne werden eine Serie von Gesprächen veranstaltet. Heute treffen sich hier Tobia Bezzola, der Direktor des Museums Folkwang in Essen, und Alain Bieber, Direktor des NRW-Forum in Düsseldorf. Ihr Thema: "Vom Selfie-Kult bis zum Sammlerobjekt: Über die Perspektiven aktueller Lichtbildkunst". Das Gespräch wird von Kunstkritiker und Kölner Blogger Damian Zimmermann moderiert.

18 Uhr, Delmes & Zander
Die Kölner Künstler David Ostrowski und Michail Pirgelis stellen zurzeit in Düren aus, abends hängen wir in ihrer Bar rum und nun haben sie auch noch eine Ausstellung kuratiert: Bei Delmes & Zander zeigen sie Arbeiten von Siegfried Anzinger, Morton Bartlett, William Crawford, Jiri Georg Dokoupil, Harmony Korine, Margret, Meuser, Matthias Schaufler, Andreas Schulze, Type 42 und anderen.

18 bis 22 Uhr, Galerie Nagel Draxler, Reisebüro
Die Galerie Nagel Draxler bespielt immer wieder das Reisebüro "Diko Reisen" in der Nähe des Hauptbahnhofs, diesmal mit einer von  Oona-Léa von Maydell kuratierten Gruppenschau: "Ich komme aus wir" versammelt Arbeiten von Eric Bell und Kristoffer Frick, François Lancien-Guilberteau, Max Marion Kober, Michele Di Menna.

19 Uhr, Kino des Museum Ludwig
In der Reihe "Filmgeschichten" präsentiert das Filmforum NRW e.V. seit Frühling 2015 Programme, in denen ausgewählte Motive der Filmgeschichte in den Blick genommen werden. Dieser Zyklus widmet sich dem Thema "Müßiggang". Hier wird dem genussvollen und pflichtfreien Leben nachgegangen. Am Donnerstag wird der experimentelle Spielfilm "Tausendschönchen – kein Märchen" der tschechischen Regisseurin Vera Chytilová aus dem Jahr 1966 gezeigt. Die Handlung bezieht sich auf zwei Frauen, denen Anstand und Vernunft gleichgültig sind. Sie begeben sich lieber auf eine unterhaltsame und selbstzerstörerische Suche nach dem vergnügten Leben. Anhand ihrer Geschichte wird die moralische Korruption der Welt erforscht. Der Abend beginnt mit einer Einführung des Filmkritikers und Monopol-Autors Daniel Kothenschulte.

19 Uhr, Kölnischer Kunstverein
Eine spannende Schau verspricht der Kölnische Kunstverein, wo der 1977 in Georgien geborene Andro Wekua neue Arbeiten entwickelt. Wekua, der mittlerweile in Berlin lebt, entführt die Betrachter in geheimnisvolle Traumwelten und spielt mit der Funktionsweise des persönlichen und des kollektiven Gedächtnisses. Seine Zeichnungen und Malereien, Installationen und Filme nutzen vor allem Bilder, die sie aus ihrem Kontext reißen und zu neuen, surrealen Kombinationen zusammenstellen.

19 Uhr, Temporary Gallery
Kölns "Zentrum für zeitgenössische Kunst" eröffnet mit "Between One Time and Another" eine Gruppenausstellung, in der sich die Künstler Mathieu Kleyebe Abonnenc, Fadlabi, Rana Hamadeh, Kapwani Kiwanga mit alternativen Geschichtserzählungen befassen. Um 20 Uhr gibt es eine Performance von Rana Hamadeh.

19-22 Uhr, Galerie Brigitte Schenk
Die Kölner Galerie Brigitte Schenk eröffnet mit einer Rauminstallation der Künstler Ilya und Emilia Kabakov von 1986. In "Konzert für eine Fliege" ist der Raum mit Notenständern gefüllt, auf denen verschiedene Notenblätter, Texte und farbige Zeichnungen arrangiert sind. Darüber schwebt eine Papierfliege. Es bleibt unklar, ob diese Fliege nun Soloist, Dirigent oder einfach Zuschauer der stummen Symphonie ist. Der amerikaniche Kunstkritiker Donald Kuspit schrieb über das Stück: "Wie in jedem Raum werden wir überwältigt von Informationen, die zutiefst sinnvoll erscheinen aber den hermetischen Charakter einer Wahnvorstellung aufweisen. Der ultimative Effekt ist zynisch: Kunstwerke vermehren sich wie Fliegen, ohne Sinn und Verstand. Kunst, wie jedes menschliche Streben, strotz bei Kabakov nur so vor Absurdität und Geschäftigkeit ohne innewohnende Daseinsberechtigung. Sie ist ironischerweise ein Selbstzweck."

Weitere Eröffnungen: Galerie Thomas Zander zeigt Lothar Baumgarten, Galerie Anke Schmidt die Gruppenausstellung "disparateness", die Thomas Rehbein Galerie Andreas Gefeller und Priska Pasquer Hanno Otten

Mehr zur Messewoche in Köln in der aktuellen Ausgabe von Monopol und in unserem Online-Dossier